Der neue, 2.200 qm große Mailänder Flag­ship-Store des Möbel- und Wohnaccessoires- Anbieters Habitat erstreckt sich über drei Ebe­nen und wurde unter Federführung von Pierre Favresse, dem Art Director des Konzerns, ent­worfen. Der neue Store befindet sich in dem vor Kurzem eröffneten City Life-Komplex, der zwei Bürohochhäuser und ein Einkaufszentrum umfasst. Der Habitat-Store ist auch unabhän­gig von der Mall erreichbar. Auf einer Seite blickt man zum Shopping-District hinaus, die andere Seite des Ladens ist der Stadt zuge­wandt; hier befindet sich auch der straßen­seitige Eingang.  

Kompromisslos modern präsentieren sich die Verkaufsräume in dem Neubau, die mit großflächigen verglasten Fassaden, rohen Betonwänden, sichtbaren Rohrleitungen an der Decke und Holzfußböden aufwarten. Der offene Innenraum wird durch Wohnlandschaften aus den Möbeln von Habitat in Bereiche und Flä­chen unterteilt, in denen lebhafte Farben die Blicke auf sich ziehen. Im dritten Stock wer­den Schlafzimmer- und Badezimmertextilien der Marke Hauz präsentiert.  

Produkte anfassen  

Der Habitat-Store in Mailand soll die Kunden inspirieren, sie in verschiedene Wohnumgebun­gen einladen, erklärt Alain Houli, Leiter von Habit in Italien: „Unsere Produkte müssen genau begutachtet und angefasst werden, es reicht nicht, sie sich nur auf einer Website anzuse­hen.“ Dennoch, so Houli, sei E-Commerce für das Unternehmen wichtig und mache 10 Pro­zent des Umsatzes aus. „Die beiden Bereiche ergänzen sich. In unserem E-Commerce-Ange­bot verzeichnen wir ein zweistelliges Umsatz­wachstum. Die Vertriebskanäle unterstützen sich gegenseitig.“  

Habitat ist mit rund 100 Filialen in 23 Län­dern vertreten. Laut Houli versucht der Möbel­konzern, sein Store-Konzept weiterzuentwickeln, wobei der Schwerpunkt auf Einkaufszentren und einem kleineren Ladenformat in den Innen­städten liegt. „Wir fangen damit gerade erst an, daher müssen wir unsere Präsenz in die­sem Format noch weiterentwickeln“, so Hou­li. Habitat sucht nach Flächen mit mindestens 700-800 qm. Das ist zwar groß, jedoch deut­lich weniger als bei den Geschäften im bishe­rigen Format, die überwiegend 2.000 qm Flä­che haben.

Auch in Lyon wurde unlängst eine City-Filiale mit rund 800 qm eröffnet. Habitat hat das Ziel, in Italien insgesamt 10 neue Läden zu eröffnen, auch der zweite Store soll in Mailand eröffnen. „Wir werden dabei die Reaktionen der Kunden beobach­ten“, sagt Houli. „Wir sind weder Ikea noch ein Geschäft für italienisches Möbeldesign der Spitzenklasse, doch wir sind davon überzeugt, dass Habitat zwischen diesen beiden Polen erfolgreich sein kann.“  

Apple des Ostens  

Der erste italienische Mi-Store eröffnete in Mailand
Foto: Xiaomi

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiao­mi erschafft nun auch in Italien mit den Mi- Stores eine neue Lifestyle-Marke. Xiaomi wurde 2010 von dem chinesischen Großunternehmer Lei Jun gegründet. Der Pure-Player baute sein Geschäft zunächst in Asien und in Brasilien auf, wo er einen Umsatz von über einer Milli­arde Dollar innerhalb von zwei Jahren erzielte, bevor er nach Europa expandierte und mit sei­nen Mi-Produkten zur Marke wurde.  

Laut Francesco Zhou, Geschäftsführer von Mi-Stores Italia, betreibt das Unternehmen, das als Online-Händler für Mobiltelefone und Tablets angefangen hat, mittlerweile gut 1.000 Filialen in 62 Ländern weltweit. „Wir sind einer der Fälle, in denen ein Online-Unternehmen auch offline erfolgreich ist“, sagt Zhou. In den Mi-Stores gibt es neben Mobiltelefonen weite­re Consumer Electronic sowie Koffer, Taschen und Haushaltswaren.  

Shopping-Center-Standorte  

Das Unternehmen, das auch als „Apple des Ostens“ bezeichnet wird, eröffnete die erste italienische Filiale im Einkaufszentraum Il Cen­tro in Arese bei Mailand. „Unsere Strategie setzt auf Einkaufszentren, denn dieses Modell funktioniert auch in anderen Ländern, begin­nend mit Spanien im letzten Jahr, gefolgt von Paris in diesem Jahr“, sagt Zhou. Laut Zhou plant man, in Italien 30-40 Stores zu eröffnen, die ersten 20 in Einkaufszentren, angepeilt ist dafür ein Zeitraum von zwei Jahren. Die Filia­len sollen 200-300 qm groß sein.  

Wie auch der Mi-Store in Arese. Das Ladeninnere spiegelt das Technologieange­bot wider. Der zur Mall hin offene Raum ist an den Wänden in gedämpftem Naturton und am Boden in Grau gehalten. Die Produkte wer­den auf Holztischen präsentiert. Digitale Flä­chen an den Wänden präsentieren die Pro­dukte. Beleuchtet ist der Verkaufsraum mit LED-Strahlern. Auf Wandregalen, ebenfalls aus hellem Holz, stehen weitere Lifestyle-Produk­te. Ein weißer Hochglanz-Tresen im hinteren Teil des Ladens, der von einer riesigen Licht­tafel umrahmt wird, bildet den Kassenbereich. Obwohl Stil und Layout mit denen anderer Mi-Filialen in Europa vergleichbar sind, ist das Design des Mi-Stores in Mailand etwas hel­ler und modischer angelegt.  

Inzwischen eröffnete Xiaomi ein zweites Geschäft in Mailand im Einkaufszentrum Metro­poli in Novarte im Norden der Stadt. Während die Expansion in Italien, Frankreich und Spani­en weiterläuft, hat das Unternehmen bekannt­gegeben, dass es plant, im nächsten Jahr Nie­derlassungen in den USAzu eröffnen.  

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