Handelsgastronomie: Die Sicht der Konsumenten | stores+shops

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Rund 37,4 Mio. Personen in Deutschland kaufen für sich persönlich im Jahresverlauf frische, verzehrfertig zubereitete Speisen im Handel bzw. der Handelsgastronomie.
Foto: domoyega/iStock.com

Handelsgastronomie: Die Sicht der Konsumenten

Vom schnellen Snack bis zur gesetzten Sterneküche – viele deutsche Einzelhändler bieten ihren Kunden heute kulinarische Services. Mit der Studie „Der Konsument in der Handelsgastronomie 2019“ präsentiert das EHI zum ersten Mal eine detaillierte Analyse der Konsumentensicht zur Handelsgastronomie mittels qualitativer und quantitativer Untersuchungen.

Die Handelsgastronomie etabliert sich inzwischen bundesweit mit geschätzten 10 Mrd. Euro jährlichem Bruttoumsatz. Aufgrund des Zusammenwachsens von Gastronomie und Handel lassen sich mittlerweile in fast allen Segmenten Retail-Gastro-Hybride finden, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Rund 37,4 Mio. Personen in Deutschland kaufen für sich persönlich im Jahresverlauf frische, verzehrfertig zubereitete Speisen im Handel bzw. der Handelsgastronomie.

Das EHI hat in Zusammenarbeit mit der GfK über 6.500 Konsumenten zu ihren Verpflegungsanlässen, Einstellungen, Ausgaben, Wünschen, Bedürfnissen und Erwartungen sowie zu ihrer Wahl des Anbieters befragt. Die Ergebnisse belegen, dass die gastronomischen Angebote des Handels von den Kunden gut angenommen werden. Wie häufig außer Haus konsumiert wird, hängt dabei von zahlreichen Faktoren ab, allen voran Zeit, Wetter und finanzielle Aspekte. Für Alleinlebende spielt Außer-Haus-Konsum auch als „soziales Lagerfeuer“ eine wichtige Rolle. Während von der jüngeren zur mittleren Altersgruppe vor allem funktionale Aspekte zu häufigerem Verzehr außer Haus führen, wandelt sich die Bedeutung in der älteren Bevölkerungsgruppe hin zu bewussterem Genießen statt schnellem Hungerstillen unter Zeitdruck.

Empfehlung oder Zufall 

Informationen zu gastronomischen Angeboten werden zu 65 Prozent durch Empfehlungen von Freunden, Familie und Kollegen bekannt. Werden in diesen Kreisen gute Erfahrungen mit einem gastronomischen Angebot gemacht, werden idealerweise Empfehlungen ausgesprochen. Print-Werbung über beispielweise Flyer, Werbebeilagen, Handzettel oder Zeitungen und Zeitschriften steht an zweiter Stelle im Informationsranking. Spontane Eindrücke und was zufällig im Vorbeigehen entdeckt wird, sind ebenfalls von hoher Bedeutung.

Die wichtigsten Kaufkriterien für frische, verzehrfertig zubereitete Speisen sind Sauberkeit und Hygiene, Qualität und Frische inklusive einer frischen Zubereitung der Speisen sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Je älter die Kunden, desto wichtiger werden die Begleitumstände des Aufenthalts. Personen ab 50 Jahre achten verstärkt auf Klimatisierung, Lautstärke und Bedienung vor Ort.

Die Rolle der Handelsgastronomie besteht für den Konsumenten hauptsächlich darin, ihm für seine Bequemlichkeit und Zeitersparnis eine (weitere) Alternative zum Essen bzw. zum Verzehr anzubieten, die er praktisch mit anderen Erledigungen verbinden kann. Dabei passt die Handelsgastronomie mit einer großen Auswahl und der sofortigen Verfügbarkeit ideal zu den Bedürfnissen der Zielgruppen und zum Zeitgeist. Wenn die Konsumenten frische, verzehrfertige Speisen kaufen, geben Sie dafür durchschnittlich ca. 22 Euro im Monat aus. Den Einkauf der Speisen verbinden rund 50 Prozent von ihnen regelmäßig mit einem weiteren Einkauf im Handel.

Sowohl an Werktagen als auch am Wochenende findet der Kauf frischer, verzehrfertig zubereiteter Speisen im Handel zu fast 50 Prozent zur Mittagszeit statt. Die klassische Gastronomie wird dagegen überdurchschnittlich oft abends besucht.

Wenn es schnell gehen muss 

Die persönlichen Präferenzen der Konsumenten in Bezug auf das Speisenangebot (des Handels) sind eher einfach gehalten und spiegeln die Anlässe wider, bei denen der Handel/die Handelsgastronomie im Fokus steht – nämlich Anlässe, bei denen man unterwegs ist bzw. es schnell gehen muss. Im Fokus stehen Speisen, die man vorwiegend auch im Stehen essen kann und die in der Regel relativ günstig sind (z. B. Brötchen, Sandwiches, Wraps, Döner oder Bratwurst).

Bei der Betrachtung derzeit existierender Foodtrends, die die Konsumenten lokal und über diverse Informationskanäle erreichen, kristallisieren sich im Wesentlichen Burger, Asia- und DIY-Food, Smoothies und Bowls heraus.

Die Konsumenten wünschen sich für die Handelsgastronomie eine Ausweitung des Angebots in Hinblick auf Frische, Qualität, Nachhaltigkeit und gesündere Speisen. Mehr Angebote an vegetarischen, biologischen, nachhaltigen Gerichten, saisonale Angebote oder glutenfreie Speisen stehen ebenfalls auf der Wunschliste. Auch die Förderung kleiner, regionaler Anbieter und der Handwerksaspekt würden in Zukunft begrüßt.

Die EHI Studie „Der Konsument in der Handelsgastronomie 2019″ finden Sie hier.

Weitere Informationen zum EHI Handelsgastronomie Kongress