Auszubildende im Einzelhandel: Noch Luft nach oben | stores+shops

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Kaufmann bzw. Kauffrau im Einzelhandel ist der Ausbildungsberuf im Jahr 2019 mit den meisten neuabgeschlossenen Verträgen.
Foto: stock.adobe.com/Robert Kneschke

Auszubildende im Einzelhandel: Noch Luft nach oben

Kauffrau bzw. Kaufmann im Einzelhandel ist laut aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts der Ausbildungsberuf, in dem die meisten Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr neu abgeschlossen wurden. Dennoch mangelt es an Nachwuchs.

Mit insgesamt 26.109 neuen Verträgen im Jahr 2019 ist Kaufmann bzw. Kauffrau der Ausbildungsberuf mit den meisten Ausbildungsanfängern.

Zum 31. Dezember 2019 gab es in Deutschland insgesamt 53.280 Auszubildende zum Kaufmann/-frau im Einzelhandel, im Jahr 2018 waren es noch 55.632. Der Ausbildungsberuf Verkäufer bzw. Verkäuferin liegt mit 21.360 Neuabschlüssen auf Platz 4. „Die beiden Kernberufe des Einzelhandels gehören erneut zu den beliebtesten Berufen in Deutschland“, so Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE). Der im Jahr 2018 gestartete, neue Ausbildungsberuf Kauffrau bzw. Kaufmann im E-Commerce zum 31. Dezember 2019 2.703 Auszubildende und insgesamt 1.539 Neuverträge.

Immer weniger Auszubildende

In Deutschland befinden sich immer weniger Menschen in einer dualen Berufsbildung. Zählte man Ende 2010 über 1,5 Millionen Auszubildende, waren es Ende 2019 nur noch 1,33 Millionen. Im Jahr 2019 haben insgesamt 513.300 Personen einen neuen Ausbildungsvertrag in Deutschland abgeschlossen, das entspricht 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr (2018: 521.901 neue Verträge). Der vorübergehende Anstieg bei den Neuabschlüssen aus den beiden Vorjahren ist damit vorerst gestoppt.

Im Einzelhandel, der Gastronomie, Hotellerie und im Tourismus ist der Rückgang mit rund 28 Prozent zum Jahr 2010 sogar überdurchschnittlich. Im Vergleich zum Jahr 2010 gab es im Jahr 2019 rund 21,7 Prozent weniger neue Verträge für eine Ausbildung als Kauffrau/Kaufmann im Einzelhandel (2010: 33.000). Auch in den Berufen Fachmann/-frau für Systemgastronomie (-40,8 Prozent zu 2010), Verkäufer (-22,2 Prozent) und Tourismuskauffrau (-14,2 Prozent) gibt es deutlich weniger Ausbildungsanfänger.

An Ausbildungsstellen mangelt es nicht. Laut der Bundesagentur für Arbeit sind mehr als 38.000 und damit fast jede fünfte unbesetzte Ausbildungsstelle in Deutschland im Einzelhandel oder Verkauf angesiedelt (Stand: Juli 2020). 15 Prozent der insgesamt 201.000 unbesetzten Ausbildungsstellen entfallen auf die Berufsausbildung „Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel“ und „Verkäufer/-in“.

Um die Besetzung der Stellen auch in Zukunft zu sichern, fordert der HDE, die Karrieremöglichkeiten mit einer Ausbildung stärker zu kommunizieren: „In den Schulen und bei Berufsberatungen müssen die Karrierewege im Handel noch deutlicher herausgestellt werden. Ausbildungsberufe müssen gesamtgesellschaftlich einen höheren Stellenwert bekommen“, sagt HDE-Geschäftsführer Genth.

Vergütung leicht über dem Durchschnitt

Die tarifliche Ausbildungsvergütung in Industrie und Handel lag im vergangenen Jahr im Vergleich zu anderen Ausbildungsbereichen etwas über den Durchschnitt. Im bundesweiten Durchschnitt haben Auszubildende laut Ergebnissen der Datenbank für tarifliche Ausbildungsvergütungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) eine monatliche Vergütung von 939 Euro erhalten. Die durchschnittliche tariflich vereinbarte Vergütungshöhe in Industrie und Handel lag bei 997 Euro, im Ausbildungsberuf Kaufmann bzw. Kauffrau im Einzelhandel bei 962 Euro. Die höchsten Ausbildungsvergütungen wurden 2019 mit 1.052 Euro im Öffentlichen Dienst gezahlt, mit 821 Euro waren sie im Handwerk am niedrigsten.

Zahlen zum Ausbildungsmarkt in Deutschland

Statistiken zur Entwicklungs des Arbeitsmarkts in Deutschland  sowie weitere Informationen und Fakten finden Sie im EHI-Statistik-Portal Handelsdaten.