Die Namensänderung war überfällig. „Dänisches Bettenlager“ steht schon längst nicht mehr für den Outlet-Verkauf von funktionellen Schlafraummöbeln und Matratzen, wie ihn der erste deutsche, 1984 in Flensburg eröffnete Store verkörperte. Mittlerweile gibt es hierzulande rd. 970 Geschäfte in Deutschland, unter anderem in gut frequentierten Standortlagen von Innenstädten. Nachdem die skandinavischen Stores der dänischen Lars Larsen Group  bereits kurz nach der Jahrtausendwende vom „Bettenlager“ zu Jysk transformiert wurden, erfahren nun auch die deutschen Märkte eine strategische Neuausrichtung zum „Scandinavian Sleeping & Living“ unter dem einheitlichen Markendach „Jysk“.

Bis Ende September 2021 sollen alle 970 Stores auf Jysk umgeflaggt sein. 8.000 Logos wurden „umgebranded“, 97.600 neue Firmen-Outfits und 50.000 Einkaufskörbe mit dem Jysk-Logo bestellt, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Rebranding-Projekt mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von 250 Mio. Euro besteht aber nicht nur aus der Namensänderung, auch Ladenbausysteme, Konzepte und Technologien sollen an den aktuellen Standard der weltweit operierenden Firmengruppe angepasst werden. Terminiert ist das intern als „Store Concept 3.0“ bezeichnete Projekt auf den Zeitraum der nächsten drei Jahre. Die zum großen Teil heterogenen deutschen Läden erhalten einen einheitlichen Auftritt, mit einer einheitlichen Ladenfläche von 950 qm und einem 250 qm großen Lager. Zentrale Organisationsstrukturen werden zu dezentralen Strukturen umgewandelt und die verschiedenen Fachbereiche mit der Retail-Organisation vor Ort verbunden.

Wir haben das Ziel, in den nächsten Jahren auf 1.150 Stores in Deutschland zu expandieren.

Christian Schirmer

Country Manager Germany, Jysk

Inspirationsflächen

Die strategische Neuausrichtung soll unter anderem in warengruppenübergreifenden Themen- und Farbwelten sichtbar sein. Die Läden wirken deutlich heller, sie sollen ein skandinavisches Gefühl von Wohn- und Schlafräumen vermitteln und bei der Kundschaft die Lust zum Einkaufen wecken. Neben der Vermarktung der Produkte in den Warenträgern werden „Inspirationsflächen“ an den Hauptgängen der Märkte platziert. Schaufenster zeigen Wohn-, Schlaf- und Gartenmöbel in Funktion. Rund 40 Prozent des Sortiments werden im Rahmen des Rebrandings erneuert. Zu den technischen Innovationen in den umgestalteten Stores zählen digitale Preisschilder und Smartphones mit Task-Management-Systemen für die Store-Mitarbeitenden.

Neben dem stationären Auftritt erfährt auch der Online-Kanal einen umfassenden Relaunch. Neben der reinen Produktvermarktung spielen Omnichannel-Services wie Click & Collect eine wesentliche Rolle. Online bestellte Produkte sollen in 30 Minuten bereitgestellt sein. Beim Sortiment gilt eine Preisgarantie von 30 Tagen.

„Wir möchten uns stetig weiterentwickeln und haben das Ziel, in den nächsten Jahren auf 1.150 Stores in Deutschland zu expandieren“, gibt Christian Schirmer, Jysk Country Manager Germany, die Zielrichtung vor. Jeder Haushalt in Deutschland soll einen Jysk Store in weniger als 20 Minuten Fahrtzeit erreichen können. Stand Ende August ist das „Concept 3.0“ in 120 Stores ausgerollt, bis September 2022 sind 250 weitere Umbauten geplant.

Jysk: Scandinavian Sleeping & Living

1979 in Dänemark gegründet, ist Jysk heute mit 3.085 Stores (darunter 200 Franchise-Läden) in rd. 50 Ländern aktiv. Im europäischen Ranking liegt die Lars Larsen Group als Betreiber von Jysk mit einem Umsatz von 4,386 Euro in 2020/21 (Geschäftsjahr 01.09.-31.08.21) auf Rang drei hinter Marktführer Ikea und der deutschen XXXLutz-Gruppe. Das Wort „jysk“ besagt, dass jemand von der dänischen Halbinsel Jütland stammt. Jütländer gelten in Dänemark als fleißig, bodenständig und verlässlich. Diese Werte sollen sich als ein zentraler Bestandteil in der Unternehmenskultur von Jysk widerspiegeln.