Leerstandsmanagement: Die Vielfalt nutzen | stores+shops

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In Kooperation mit einem Ford-Händler entstand das erste digitale Ford-Autohaus als Pop-up-Store im Forum Hanau.
Foto: HBB

Leerstandsmanagement: Die Vielfalt nutzen

Die HBB Centermanagement GmbH betreibt ihr Leerstandsmanagement strategisch und setzt dabei auf neue Denk- und Handlungsmuster. HBB-Geschäftsführer André Stromeyer erläutert, was möglich ist und wie multifunktionale Center Shopping-Center und -Quartiere jenseits des bisher üblichen Mall-typischen Mietermix aussehen können.

Der wachsende Online-Handel, Geschäftsaufgaben und Insolvenzen und die Corona-Krise: Welche Konsequenzen ziehen Sie aus der aktuellen Situation für Ihre Leerstandsbespielung?

Wir passen uns dem Wandel an, indem wir unter anderem unsere Pop-up-Store-Vermarktung professionalisieren und gezielt ausbauen. Wir widmen uns außerdem sehr vielen Non-Retail-Konzepten, die bisher eher einen geringen Anteil im Mietermix der Shopping-Center hatten. Ein Fokus auf Non-Retail eröffnet Perspektiven für Tattoo-Studios und andere bisher in Centern unterrepräsentierte Angebote.

Was kommt da infrage?

Städtische Einrichtungen wie Bibliotheken, Bürgerämter und andere, Fitness-Center, Büros und Ärzte wie auch Autohäuser, VR- und Lasertag-Arenen, Escape Rooms und Tattoo-Studios. Auch Co-Working-Flächen befinden sich mittlerweile in einigen unserer Center. In der Rathaus-Galerie in Essen zum Beispiel hat die die Neue Arbeit der Diakonie einen Kronkreuzladen eröffnet, in dem Designerstücke verkauft werden, die von Langzeitarbeitslosen gefertigt wurden. Im Forum Gummersbach hatten wir das DRK mit einem Blutspendedienst als Mieter. An anderer Stelle testen wir Click & Collect-Boxen, die per App vom Kunden gesteuert werden und den Empfang und Versand von Ware auch außerhalb der Öffnungszeiten ermöglichen.

Pop-up-VR-Arena im Center STH in München, in der die Besucher derzeit u. a. von Galileo „Mission to Mars

Pop-up-VR-Arena im Center STH in München, in der die Besucher derzeit u. a. von Galileo „Mission to Mars" erleben können.
Foto: HBB

Managen Sie die Leerstandsbespielung Ihrer Center zentral?

Hier sind wir zweigeteilt aufgestellt. Ein Team in der HBB-Zentrale in Hamburg kümmert sich um die national agierenden Konzepte und Mieter, um uns als möglichst breiten Kanal zu vermarkten und um ein Key-Account-Management zu bilden, bei dem jeder Kunde nur einen Ansprechpartner für alle Standorte hat. Lokale Kunden, die meistens als Einzelkämpfer unterwegs sind, benötigen einen ganz anderen Beratungsansatz, dem die Centermanager in den Centern vor Ort viel besser entsprechen können. Gleichzeitig planen wir den Aufbau von weiteren internen Strukturen und Kapazitäten, um dem steigenden Bedarf einen Schritt voraus zu sein. Pop-up-VR-Arena im Center STH in München, in der die Besucher derzeit u. a. von Galileo „Mission to Mars” erleben können.

Wie finden Sie Kandidaten für eine Zwischennutzung? Arbeiten Sie mit spezialisierten Agenturen?

Wir sind generell für professionelle, partnerschaftliche Kooperationen offen, vermarkten derzeit aber alle Flächen aus eigener Hand und treiben den Aufbau einer eigenen Vermarktungsplattform voran. Mittlerweile haben wir eine entsprechende Bekanntheit bei potenziellen Mietern und bekommen viele Anfragen lokaler Interessenten. Und wir haben sehr agile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die gezielt auf die Suche nach passenden Konzepten aus Industrie und Handel gehen. Die Zusammenarbeit mit Influencern bauen wir auch kontinuierlich aus. In München haben wir derzeit einen Sneaker Pop-up-Store von Laced Up, einem der bekanntesten Sneaker-Influencer in Deutschland. Da standen die Leute am Tag der Eröffnung bis auf die Straße Schlange.

Das Interview führte Konny Scholz.