
Die Limited Edition von Meßmer inszeniert Bridgerton direkt am POS und nutzt die Serienästhetik gezielt zur Ansprache neuer Zielgruppen.
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„Verehrte Leserschaft“, adressiert die Teemarke Meßmer ihre Kundschaft auf seiner Website ganz im Stil der Lady Whistledown, „ein gesellschaftliches Ereignis kündigt sich an: die neue Staffel von ,Bridgerton‘ sowie die Limited Bridgerton-Edition of Meßmer.“ Für die beliebte Netflix-Serie hat Meßmer eine eigene Teereihe entwickelt. Auf den Verpackungen der Tees mit klangvollen Namen wie „Earl of Blue“ prangen die meist adeligen Serienstars. Damit soll das Image von Tee gezielt verjüngt und Aufmerksamkeit am Regal geschaffen werden, so Vorstandschef der Laurens Spethmann Holding (LSH) Peter Amon im Handelsblatt-Interview.
Inszenierung über Markenkooperationen
Auch andere Marken greifen das Serienumfeld auf. Beispiele aus dem Handel mit Bezug zur Popkultur gibt es viele. Mit der Bridgerton-Welle schwimmt auch Unilever mit. Der Konzern nutzt das Umfeld für Co-Brandings, etwa mit Bodycare-Produkten der Marke Dove. Ergänzt wird dies durch Kooperationen weiterer Händler und Marken, von Mode über Schmuck bis hin zu Beauty. Für den Handel eröffnet sich damit die Möglichkeit, Themenwelten zu inszenieren und gezielt Cross-Selling-Potenziale zu nutzen.
Die Wirkung solcher Kooperationen entfaltet sich insbesondere über soziale Medien. Plattformen wie Instagram und Tiktok fungieren als Multiplikatoren. Nutzer:innen greifen die Themen auf, inszenieren Produkte im Serienkontext und verbreiten Inhalte in den sozialen Medien. Solche nutzergenerierten Inhalte erhöhen die organische Reichweite erheblich. Laut Unternehmen konnte Meßmer so eine hohe Sichtbarkeit im dreistelligen Millionenbereich erzielen und insbesondere jüngere Zielgruppen erreichen.
Hohe Nachfrage, kurze Verfügbarkeit
Der Aufwand für Meßmer hat sich also durchaus gelohnt. Die Bridgerton-Tees waren sehr schnell ausverkauft. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass solche Aktionen eine präzise Planung erfordern, insbesondere bei Warenverfügbarkeit und Flächeninszenierung. Fazit: Limitierte Popkultur-Kooperationen können kurzfristig starke Abverkäufe generieren, entfalten ihr volles Potenzial jedoch nur im Zusammenspiel von Marketing, Platzierung und Social-Media-Dynamik.

