Mit Employer Branding und KI zum geeigneten Personal | stores+shops

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Um den Recruiting-Prozess möglichst effektiv und effizient zu gestalten, werden immer mehr Technologien eingesetzt
Foto: Adobe Stock/hedgehog94

Mit Employer Branding und KI zum geeigneten Personal

Qualifiziertes und engagiertes Personal zu finden, bleibt für den Handel trotz einer etwas entspannteren Arbeitsmarktlage eine Herausforderung. Die Anzahl der Bewerbungen hat sich zwar im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesteigert, die Qualität der geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten jedoch nicht gleichermaßen, zeigen die Ergebnisse der aktuellen EHI-Studie „Talents4Retail 2026“.

Immer häufiger tragen Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) zu einem effektiven und effizienten Recruiting-Prozess bei. 52 Prozent der befragten Händler haben in den letzten zwölf Monaten etwas mehr Bewerbungen im Vergleich zu den Vorjahren erhalten, 41 Prozent sogar deutlich mehr. Für die meisten Händler (45 Prozent) bewirbt sich jedoch weniger gut geeignetes Personal als in den Vorjahren.

Anzahl der Bewerbungen

Anzahl der Bewerbungen
Foto: EHI

Bewerbungen: Quantität gewinnt, Qualität verliert

„Wenn Stellen in den Zentralen längere Zeit unbesetzt bleiben, liegt dies vor allem an den hohen Ansprüchen der Bewerbenden und einer nicht ausreichenden Qualifikation“, sagt Ulrike Witt, Koordinatorin des Forschungsprojekts Personal. Neben den zu hohen Ansprüchen (89 Prozent) und der mangelnden Qualifikation (88 Prozent) zählt auch ein unzureichendes Recruiting-Budget (71 Prozent) zu den Top-5-Gründen für die Nichtbesetzung von Stellen in Zentralen. Für die Filialen hingegen sind es Faktoren wie das allgemeine Image des Handels (100 Prozent) mit langen Öffnungszeiten und wenig flexiblen Arbeitszeiten sowie die geringe Anzahl an Personal für HR (100 Prozent), die das Recruiting neuer Mitarbeitenden erschweren.

Recruiting-Maßnahmen und Einsatz von Technologie

Gründe für Stellen-Nichtbesetzung

Gründe für Stellen-Nichtbesetzung
Foto: EHI

Um offene Stellen trotz der Situation am Arbeitsmarkt leichter besetzen zu können, wird in den Zentralen das Budget für Recruiting angepasst und mit flexiblen Arbeitszeiten sowie der Möglichkeit zu Remote-Work (je 100 Prozent) geworben. Die Filialen und die Logistik setzen vor allem auf eine vereinfachte Bewerbung (95 bzw. 81 Prozent) und einen kurzen Recruiting-Prozess (95 bzw. 80 Prozent), auch ist bei ihnen der Quereinstieg willkommen (95 bzw. 75 Prozent). Um den Recruiting-Prozess möglichst effektiv und effizient zu gestalten, werden immer mehr Technologien eingesetzt. Während datenbasierte Tools bzw. KI in den Zentralen bereits alltäglich eingesetzt werden, ist die Talentsuche mit Hilfe digitaler Tools in den Filialen und der Logistik noch weniger verbreitet.

In den Filialen wird aktuell vor allem auf Bewerbungen per Messenger wie WhatsApp, Facebook oder Instagram (100 Prozent) sowie Sprachnachrichten (90 Prozent) gesetzt, in der Logistik dominieren Bewerbungen via Website, beispielsweise via Video (82 Prozent). Für die Zukunft erwarten die Personalverantwortlichen der Branche, dass KI in fast allen Bereichen und Stufen des Recruitings eingesetzt wird – von passgenauen Stellenanzeigen über die Vorselektion bis hin zum Bewerbermanagement. Auch die traditionelle Personalplanung wird zunehmend durch proaktives, adaptives Predictive Workforce Planning ersetzt, um effizienter und resilienter in einer volatilen Umwelt agieren zu können.

Datenbasis

Es wurden HR-Verantwortliche des deutschen Einzelhandels befragt. Insgesamt haben sich 38 Unternehmen beteiligt. Der Lebensmittelhandel ist mit 48 Prozent am häufigsten vertreten. Teilgenommen haben sowohl mittelständische Unternehmen als auch große, filialisierte Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von über 5 Mrd. Euro (44 Prozent) und mehr als 10.000 Mitarbeiter:innen (41 Prozent).

Das Whitepaper steht zum kostenfreien Download bereit.

Kontakt
Ulrike Witt, Forschungsprojekt Personal, Tel: +49 (0)221/57993-994, witt@ehi.org

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