Görtz: Bekenntnis zum Filialgeschäft | stores+shops

Anzeige
{{{name}}}

Vorgeschlagene Beiträge

Anzeige

Anzeige

Das neue Konzept „Room by Görtz" in den Schadow Arkaden.
Foto: Görtz

Görtz: Bekenntnis zum Filialgeschäft

„ROOM by Görtz“ heißt das urbane Trendkonzept des Hamburger Schuhfilialisten, das im Frühjahr in Frankfurt an den Start ging. Görtz-Geschäftsführer Frank Revermann unterstreicht im Interview die Bedeutung des stationären Geschäfts und spricht über die Zukunftspläne mit mit dem neuen Store-Format.

Herr Revermann, wie ist das Geschäft in den Görtz-Filialen nach der Corona-Auszeit gelaufen?

Natürlich sind wir nicht sofort wieder auf Umsatzplan ins Filialgeschäft eingestiegen. Es ging den Kunden direkt nach der Öffnung nicht unbedingt ums Flanieren oder das Shoppingerlebnis an sich, sondern erstmal um die Bedarfsdeckung. Das spüren wir natürlich. Es ist ein positiver Hochlauf zu sehen, wenn auch ein sehr langsamer. Trends werden wieder gekauft, Inspiration gesucht und wir sind optimistisch für das zweite Halbjahr.

Sind Ihre Kunden durch Corona online-affiner geworden?

Wir können einen positiven Trend im Online-Geschäft verzeichnen. Corona-bedingt liegt hier sogar eine zweistellige Wachstumsrate vor. Zudem sind wir mit einem Marktplatz gestartet, an dem wir allerdings schon vor Corona gearbeitet haben. Der Görtz-Online-Shop ist nun auch eine Plattform für andere Schuhmarken, die ihr Sortiment zu ihren Preisen bei uns einstellen können, vor allem natürlich Modelle und Größen, die wir nicht geordert haben. So erweitert sich für den Kunden die Auswahl deutlich. Wenn er ein Produkt auswählt, merkt er am Ende nicht, ob wir es ausliefern oder die Marke. Wir erhalten dann vom Verkauf eine Provision.

Wie wichtig ist für Görtz der stationäre Schuhhandel?

Unsere Strategie zielt darauf ab, in jeder größeren deutschen Stadt präsent zu sein. Mit unseren rund 180 Filialen sind wir heute praktisch in den 100 größten Städten vertreten. Nach der Übernahme der 20 Roland-Filialen jetzt auch dort, wo vorher nur weiße Flecken auf der Karte waren.

Wie kann der stationäre Schuhhandel überleben?

Indem wir es schaffen, den Kunden zu begeistern und ihn wieder in die Städte und Geschäfte zu bekommen. Das Schuhgeschäft gehört genauso zum Stadtbild wie ein Bäcker, ein Friseur oder ein Museum. Eine Bedarfsdeckung ist online problemlos machbar, aber um etwas zu probieren, die richtigen Schuhe zu einem besonderen Outfit zu finden oder Trends zu entdecken – da ist der Stationärhandel nicht zu schlagen.

Erst Pop-up-Stores, jetzt „ROOM by Görtz“. Befindet sich Görtz in einer Phase der Neuorientierung?

Wir denken nicht aus dem Blickwinkel eines möglichen Konzepts, sondern versuchen uns in den Kunden hineinzuversetzen. Wie möchte er einen schönen Schuh in einem Store präsentiert sehen? Wie können wir für ihn das passende Drumherum schaffen?

Löst dieses Format mittelfristig die Görtz 17 Läden ab?

Tatsache ist, dass wir Görtz 17 nicht weiterentwickeln werden. Möglicherweise wird dieses Konzept künftig durch ROOM by Görtz ersetzt. Das testen wir gerade.

Wie sind die weiteren Pläne? Wo und wann werden weitere Läden folgen?

Anfang Juni haben wir unsere zweite ROOM by Görtz Filiale in den Schadow Arkaden in Düsseldorf eröffnet und können uns weitere Standorte durchaus vorstellen.

Das Interview führte Winfried Lambertz.

Über die beiden Neueröffnungen von Ludwig Görtz in Frankfurt/Main berichten wir ausführlich in der nächsten Printausgabe der stores+shops.