Nachhaltigkeit am POS: Engagiert und experimentierfreudig | stores+shops

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Die „Frisch-Nachbarn“ – so nennt das Händler-Gespann Stadler + Honner sein Konzept in München-Unterföhring
Foto: Stadler+Honner

Nachhaltigkeit am POS: Engagiert und experimentierfreudig

Ob Plastikvermeidung, Klimaschutz, Tierwohlinitiativen oder die alternative Produktion von Lebensmitteln: Selbstständige Händler sind immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, gesellschaftliche Entwicklungen auf der Fläche widerzuspiegeln und in konkrete Projekte umzusetzen. Einige Beispiele, die das belegen.

Hans-Jürgen Honner verfolgte vor drei Jahren einen TV-Bericht über japanische Produzenten, die Salate und Kräuter in Fabriken und auf Hochhaus-Dächern anbauen. Zu dieser Zeit plante der Edeka-Händler seinen neuen Markt in München-Unterföhring. Er traf sich auf der EuroShop 2020 mit Mark Konzilius, der als Geschäftsführer der Firma „&ever“ (heute Kalera AS) eine Vertical-Farming-Firma betrieb.

Im März 2021 eröffnete das Familienunternehmen Stadler + Honner (mit den Geschäftsführern Hans-Jürgen Honner, Sohn Daniel und Cousin Stephan Stadler) seinen zehnten Markt in Unterföhring, im Gewerbegebiet, an einem ehemaligen Markt kauf-Standort, auf 7.500 qm Verkaufsfläche. Die Holzoptik, die dunklen Böden, die kreativen und abwechslungsreichen Rück wand-Gestaltungen lassen den Markt trotz seiner Größe atmosphärisch und kleinteilig wirken.

In immer mehr Märkten ist Vertical Farming zu sehen

In immer mehr Märkten ist Vertical Farming zu sehen
Foto: Stadler+Honner

Dazu tragen auch zahlreiche Aktionsflächen und Genussinseln bei, von der Champagner-Bar bis zur Kaffeerösterei – konzipiert als Begegnungsorte, die zu Gespräch und Meinungsaustausch einladen. Die „Frisch-Nachbarn“ – so nennt das Händler-Gespann sein Konzept, bei dem Frische dominiert und bei dem Bio- bzw. regionale Produkte jeweils mehr als zehn Prozent des Gesamtsortiments von rund 50.000 Artikel aus machen. „Der nachbarschaftliche Austausch wird tagtäglich gelebt in unserem Markt“, sagt Hans-Jürgen Honner.

Wachstum unter Glas

Staunende Nachfragen löst bei vielen Kund:innen der „Grow Tower“ aus – das Resultat seines Gesprächs auf besagter EuroShop 2020. Im gläsernen Kasten, auf 120 qm Anbaufläche und angebunden an die O+G-Abteilung, gedeihen darin Salate und Kräuter, darunter viele Spezialitäten wie etwa Senf-Salate. Für die Kundschaft nicht einsehbar sind weitere 60 qm für die Zurheide Feine Kost in Düsseldorf. Auch in drei Märkten von Stadler + Honner stehen Infarm-Gewächshäuser.

Dem Tierwohl verpflichtet

Transportwege und deren klimaschädliche Auswirkungen minimieren: Hier kann Instore-Farming perspektivisch einen Beitrag leisten, hierbei helfen schon heute die Regionalitätskonzepte, die von vielen Food-Händlern praktiziert werden. Damit eng verbunden ist das Thema Tierwohl. Immer mehr Händler arbeiten mit regionalen, dem Tierwohl verpflichteten Tierhaltern zusammen und stellen sich damit ihrer Mitverantwortung für eine artgerechte Tierhaltung – von der Aufzucht bis zur Schlachtung Zum Beispiel Sebastian Cramer, der in dritter Generation das Familienunternehmen Edeka Cramer mit neun Märkten im Großraum Hannover führt.

Der Händler hat Händler die Produkte von „Glücksatt“ ins Sortiment genommen – ein Premium-Programm, das auf artgerechte Nutztierhaltung setzt. Die Schweine zum Beispiel wachsen dabei in einem „Aktivstall“ auf, mit doppelt so viel Platz wie gesetzlich vor geschrieben, mit uneingeschränktem Zugang zu den verschiedenen Stallbereichen (Spiel-, Fress-, Ruhe-, Wühlbereich, Außenterrasse) und unter Verzicht auf das Kupieren der Ringelschwänze.

 

Gastronomie mal fleischlos

Don’t worry,  Eat Happy heißt es  zu diesem vielfältigen Sushi-Angebot

Don’t worry, Eat Happy heißt es zu diesem vielfältigen Sushi-Angebot
Foto: Eat Happy Group

Edeka-Händler Falk Paschmann bietet seit Oktober 2021 in seinem Mülheimer Markt ein neues gastronomisches Erlebnis. Mit „Lovante – eat the east“ erprobt die Eat Happy Group dort ein Shop-in-Shop-Konzept mit raffinierten Rezepten der levantinischen Küche. Die Essenstradition dieser Länder wird momentan als neuer Food-Trend gefeiert.

Zumal auch in Deutschland die Zahl der sogenannten Flexitarier wächst – Menschen, die ihren Fleischkonsum reduzieren, bei gelegentlichem Fleischkonsum auf artgerechte Haltung und hochwertige Produktqualität achten. Rund ein Drittel der Deutschen bezeichnen sich als Flexitarier, so Marktforscher Statista.

Eat Happy versteht sich als Konzept-Partner des LEH und kann auf umfangreiche Expertisen verweisen – mit inzwischen rund 950 Sushi-Shops hauptsächlich in Rewe-, Edeka- und Hit-Märkten. Eat Happy hat, in Abhängigkeit von Fläche und Umsatz des jeweiligen Markts, unterschiedliche Shop-Größen entwickelt. Das kleinste Modell für innerstädtische Supermärkte benötigt zehn, das Standardmodell 14 qm. Die Flächenproduktivität der Shops liegt, so Christian Jürgens, bei durchschnittlich 22.000 Euro pro qm und Jahr. Für die Bereitstellung der Fläche erhalten Händler neben der Grundmiete auch eine umsatzabhängige Vergütung.

Glaubwürdige Kommunikation

Tierwohl.TV: Live-Bilder von Legehennen, von denen die Eier  im Regal stammen .

Tierwohl.TV: Live-Bilder von Legehennen, von denen die Eier im Regal stammen.
Foto: Online Software AG

Live-Übertragungen aus dem Stall können die Kund:innen über Tierwohl.TV in bislang fünf Cramer-Märkten auf Displays über den Bedientheken verfolgen. Auch am Eierregal werden Live-Bilder gezeigt, von den Bio-Lege hennen des Geflügelhofs Cassenshof in Inzmühlen. „Indem wir dem Verbraucher einen ehrlichen und authentischen Blick hinter die Kulissen gewähren, untermauern wir die Glaubwürdigkeit“, so Sebastian Cramer.

Edeka Rees, Rewe Runkel, Rewe Stanislawski und eine Vielzahl weiterer Lebensmittelhändler zeigen auf diese Weise ebenfalls, wie sie Regionalität, Tierwohl und nachhaltige Produktion unterstützen und fördern.

Zu den Pionieren regionaler Konzepte gehören die Rewe-Händler Peter und Lutz Richrath, mit 15 Märkten im Großraum Köln. Auch in ihren Märkten läuft Tierwohl.TV. Sie sehen es als ein Instrument, um sich abzugrenzen von Mitbewerbern, die Regionalität und Tierwohl sehr großzügig interpretieren und für die nachhaltige Produktionsmethoden kaum mehr sind als wohl feile Marketing-Argumente. „Es wird viel gelogen, und zwar teil weise sehr dreist und schamlos“, so Peter Richrath.

Unverpackt: Alternative zu Plastik

Edeka Wilger, Borken, hat u.a. eine Nachfüllstation für Wasch- und Spülmittel aufgestellt

Edeka Wilger, Borken, hat u.a. eine Nachfüllstation für Wasch- und Spülmittel aufgestellt.
Foto: Edeka Wilger

Vor drei Jahren wurde in einer Amsterdamer Filiale der niederländischen Supermarktkette Ekoplaza eine Abteilung mit 700 plastikfreien Produkten präsentiert. Auch immer mehr deutsche Supermärkte bemühen sich verstärkt um Plastikvermeidung. Sie unterbreiten ihrer Kundschaft alternative Lose-Ware-Angebote, von Reis über Süßigkeiten bis zu Olivenöl und Waschmittel.

In einem Globus-Markt und bei momentan fünf Edeka-Händlern, darunter Edeka Wilger in Borken, sind zum Beispiel Nachfüllstationen von Planet Pure aufgestellt – ein österreichisches Unternehmen, das Bio-Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel vertreibt. Unter anderem finden sich diese Stationen in 120 österreichischen Filialen der dm Drogeriemärkte.

Nachfüllstationen gibt es ebenfalls für das „Love Nature“-Sortiment des Henkel-Konzerns. Sie sind bis lang in einigen Märkten von Edeka, Kaufland, dm, Rossmann und Budni verfügbar.

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