Wie sich Baumärkte mit bis zu 16.000 qm Außenfläche ganzheitlich absichern lassen, zeigten Benjamin Guth und Quang Lam aus der Revisionsabteilung der Globus Fachmärkte. Deren neues Kamerakonzept ersetzt ein lückenhaftes Altsystem, das nur sporadische Punkte des gesamten Areals abdeckte, in Form einer vollständigen Überwachung aller Zäune, Türen und Fenster. Ergänzt wird es durch Thermalkameras mit einer Reichweite von bis zu 100 Metern. Eingehende Alarme laufen bei einer externen Wachzentrale auf, deren Mitarbeitende verdächtige Personen per Live-Lautsprecher direkt ansprechen können.
Das System zeigt messbarem Erfolg: In knapp vier Monaten wurden 180 Audiointerventionen durchgeführt, bei denen Täter das Gelände verließen, bevor ein Sachschaden entstand. Für die Zukunft plant das Unternehmen den Einsatz von KI-gestützter Gesichtserkennung zur Überwachung von Hausverboten sowie einer Scan-Erkennung, die per Vogelperspektive nicht erfasste Artikel an Self-Checkout-Terminals identifiziert. Beide Konzepte liegen derzeit zur Prüfung beim Datenschutzbeauftragten.
Bodycams im Praxistest
Für die C. J. Wigger KG waren zunehmende Eskalationen im Service Anlass dafür, Bodycams zu testen. Das Unternehmen betreibt drei Baumärkte in Schleswig-Holstein und ist seit Januar 2026 Franchisenehmer von Obi. Bereits vor zwei Jahren erprobte das Unternehmen erstmals Bodycams der Firma Peicom. Die Kameras sind mit den Funkgeräten gekoppelt: Per Knopfdruck kann eine Leitstelle live mit Bild und Ton alarmiert werden und per Gegensprechfunktion deeskalierend eingreifen.
Bodycams können ein Werkzeug im Koffer für mehr Sicherheit sein.
Christian Wigger

Für den Einsatz von Bodycams hat Wigger eine Datenschutzrichtlinie erstellt
Foto: C. J. Wigger KG
Die anfängliche Sorge einiger Mitarbeitenden vor Überwachung legte sich im familiär geprägten Unternehmen schnell, Kund:innen reagierten überwiegend positiv auf die Kameras. Laut Christian Wigger, Geschäftsführer von Wigger Baumarkt, wirkt die sichtbare Kamera deeskalierend, Kundengespräche verliefen sachlicher als zuvor. Künftig soll der Fachmarkt für Gartentechnik erster Einsatzbereich sein.
Auch wenn vor dem Einsatz ein Datenschutzleitfaden erstellt wurde, bleibe der Datenschutz ein zentrales Thema, das immer wieder überprüft werde. „Bodycams können ein Werkzeug im Koffer für mehr Sicherheit sein. Das soll heißen: Sie sind nicht die Lösung für jedes Problem, aber sie können ein Teil dazu beitragen.“
Bildergalerie
Eine Bilderstrecke mit den besten Impressionen vom Inventur- und Sicherheitskongress 2026 finden Sie hier.

