Supermarktkälte absichern: Was Händler jetzt tun können | stores+shops

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Händler sollten bestimmte Maßnahmen zur Routine machen und damit das Sicherheitsniveau erhöhen
Foto: EHI/AdobeStock_Syatri Rawu

Supermarktkälte absichern: Was Händler jetzt tun können

Auch in Deutschland häufen sich die Angriffe auf Kühlanlagen in Supermärkten. Benjamin Chini, Forschungsbereichsleiter Klima und Energie im EHI Retail Institute, ordnet die Lage ein und gibt Hinweise für Handelsunternehmen.

Die Störungen an Supermarktkälteanlagen in Europa betreffen mittlerweile auch Deutschland, darunter Märkte in Niederbayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Meldungen reichen von auffälligen Temperaturänderungen bis zu bestätigten Cyberangriffen. Dabei wurden über das Internet erreichbare Kühlanlagen-Steuerungen unbefugt manipuliert; in einigen Fällen mussten Lebensmittel entsorgt werden.

„Ob die einzelnen Vorfälle zusammenhängen, ist noch offen“, sagt EHI-Forschungsbereichsleiter Klima und Energie Benjamin Chini. „Die Schutzprinzipien sind in der Fachwelt bekannt. Die wiederholten Vorfälle zeigen jedoch, dass ihre konsequente Umsetzung und regelmäßige Prüfung entscheidend bleiben.“

Handlungsempfehlungen

Gemäß der Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit der Informationstechnik (BSI) rät Chini:

„Zugänge prüfen: Steuerungen inventarisieren und direkte Erreichbarkeit aus dem Internet unterbinden – abgestimmt mit dem Kältefachbetrieb.“

Bei der Fernwartung gelte: „Nur über ein geschütztes VPN und mit Mehr-Faktor-Authentifizierung zulassen.“

Eine große Rolle spielt die Aktualität der Systeme: „Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen zeitnah nach Herstellervorgaben einspielen.“

Bei Auffälligkeiten lautet die Empfehlung: „IT-Verantwortliche und Kältetechnik-Service sofort informieren; Temperaturen und Einstellungen kontrollieren.“

Diese Hinweise gelten nicht nur für Kühlanlagen. Sie sind auch für andere vernetzte Steuerungen relevant, etwa in Heizungs-, Lüftungs- und Gebäudeautomationssystemen, Pumpen oder Anlagen zur dezentralen Stromerzeugung. Entscheidend ist, ob die Steuerungen aus dem Internet erreichbar oder fernwartbar sind. Das BSI richtet seine Empfehlung an Betreiber kleiner industrieller und vergleichbarer Anlagen. Eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Deutschland sieht das BSI derzeit nicht.

Die Hinweise des BSI zu vernetzten Steuerungssystemen finden sich hier. 

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