Videoüberwachung: Persönlichkeitsschutz in Echtzeit | stores+shops

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Die Software maskiert in Echtzeit die aufgenommenen Personen.
Foto: Axis

Videoüberwachung: Persönlichkeitsschutz in Echtzeit

Edeka Minden-Hannover testet eine innovative Softwarelösung, mit der Personen in Überwachungs-Videoaufnahmen in Echtzeit unkenntlich gemacht, die Bewegungen aber dennoch komplett nachvollzogen werden können.

Die Einhaltung der EU-Datenschutzgrundverordnung DSGVO bleibt auch ein Jahr nach Inkrafttreten eine echte Herausforderung, besonders hinsichtlich der Videoaufzeichnung im stationären Handel, sie bedeutet nach wie vor einen enormen Aufwand für Unternehmen sämtlicher Branchen. Im stationären Einzelhandel bezieht sich dies überwiegend auf die Speicherung und mögliche Auswertung von Bilddaten. Bildmaterial aus Überwachungskameras darf nur für die vorher vom Betreiber festzulegenden Zwecke verwendet werden, soweit diese aus einem berechtigten Interesse abgeleitet wurden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um den Schutz vor Diebstahl und Vandalismus, um den Schutz von Mitarbeitern und Kunden oder um die Beweissicherung.

Mitarbeiter mit einem Dauerarbeitsplatz sowie auch die Kunden müssen ausreichend über die Videoüberwachung aufgeklärt werden. Dies geschieht in der Regel durch entsprechende Hinweisschilder. Wenn diese Schilder fehlen oder nicht für jeden gut sichtbar sind, kann dies ein Verstoß gegen die geltenden Bestimmungen sein, der mit Bußgeldern belegt werden kann.

Live-Maskierung

Auch die Mitarbeiter an den Bedientheken werden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes maskiert

Auch die Mitarbeiter an den Bedientheken werden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes maskiert.
Foto: Edeka

Um bei der Verwendung von Videokameras datenschutzrechtlich auf der sicheren Seite zu sein, ohne dafür hohe Investitionen tätigen zu müssen, pilotiert die Edeka Minden-Hannover in einer Filiale in Minden aktuell eine neue Softwareanwendung: „Axis Live Privacy Shield“ ist eine Analysesoftware, die Personen bei Videoaufnahmen in Echtzeit und bei voller Bildrate direkt in der Kamera maskieren kann. Dabei vergleicht die Software die Live-Kameraansicht mit einer zuvor eingelernten Hintergrundszene und wendet eine dynamische, transparente Maske auf selbst definierten Bereichen an. Personen und Objekte in Bewegung erscheinen dann transparent auf dem Hintergrund, wohingegen statische Objekte vollständig sichtbar bleiben.

André Lange, Gruppenleiter Konzernrevision bei der Edeka Minden-Hannover, nennt einen weiteren Vorteil der Softwarelösung: „Neben dem Schutz von Mitarbeitern und Kunden müssen moderne Videosysteme auch helfen, das Einkaufserlebnis zu verbessern, zum Beispiel durch die Vermeidung von Warteschlangen an den Kassen und den Bedienbereichen. Durch die aktuelle Datenschutz-Vorgabe, den Bereich für die dauerhaft in der Filiale hinter der Wurst- und Käsetheke arbeitenden Mitarbeiter auszuschwärzen, konnte der Marktleiter jedoch nicht einschätzen, ob die Bedienzone optimal besetzt ist. Mithilfe der Lösung kann er nun die Situation auf einen Blick erfassen und entsprechend reagieren. Durch die Echtzeit-Maskierung kann er sehen, wie viele Mitarbeiter hinter der Bedientheke aktuell arbeiten, ohne die Mitarbeiter im Detail erkennen zu können.“

Die Lösung entspricht damit den aktuellen Datenschutzvorschriften sowie auch Edeka-internen IT-Richtlinien und Betriebsvereinbarungen, in die auch die Arbeitnehmervertretung eingebunden sind.

Aufteilung in Zonen

Die Lösung bietet auch die Möglichkeit, die Aufnahmen in bestimmte Zonen aufzuteilen. Standardmäßig kommt die dynamische Maskierung auf dem gesamten Sichtfeld einer Kamera zur Anwendung. Bei dem Test bei der Edeka Minden-Hannover werden jedoch auch Bereiche festgelegt, in denen keine Maskierung angewendet werden soll. Diese „Exclude-Zonen“ betreffen beispielsweise das Laufband an der Kasse, da gerade dort Objekte ständig in Bewegung sind und Details besonders gut sichtbar sein müssen. Kartenterminals und andere kritische Bereiche müssen dabei allerdings nach wie vor permanent verpixelt oder ausgeschwärzt werden. Die Lösung bietet also eine Kombination aus permanenter, statischer und dynamischer Maskierung.

H. Marco Stengel, zuständig für Datenschutz und IT-Sicherheit bei der Edeka Minden-Hannover, sagt dazu: „Was wir brauchen, ist eine hybride Anwendung, bei der sensible Bereiche permanent, andere Bereiche dagegen so maskiert werden, dass wir nach wie vor sehen können, was passiert, ohne die Persönlichkeitsrechte Einzelner zu verletzen. Das bisher notwendige großflächige Ausschwärzen gehört mit der neuen Lösung der Vergangenheit an.“ Die Lösung soll in weiteren Märkten zur Anwendung kommen.

Weitere Informationen: redaktion@ehi.org

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