Instore-Tracking: Auf die Präzision der Lokalisierung kommt es an | stores+shops

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Die Präzision der Lokalisierung spielt beim Instore-Tracking eine wichtige Rolle.
Foto: iStock/mediaphotos

Instore-Tracking: Auf die Präzision der Lokalisierung kommt es an

Frieder Hansen, Geschäftsführer des Technologie-Anbieters Pyramid, über die Vor- und Nachteile der Technologieverfahren, die beim Instore-Tracking zur Anwendung kommen.

Wlan-/Wifi- und auf Ultraschall basierende Technologien sind die gängigsten Verfahren beim Instore-Tracking. Ihr Unternehmen setzt neuerdings auf die Angle of Arrival (AoA)-Technologie. Warum?

Bei der Verwendung von BLE-Beacon oder WiFi-Systemen sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Die hierbei verwendete Feldstärkenmessung (RSSI) liefert – physikalisch begründet – vor allem bei höherem Publikumsverkehr stark zunehmende Ungenauigkeiten von bis zu 3 Metern. Eine heute verfügbare, jedoch leider auch aufwendige Technologie ist die ebenfalls auf Bluetooth basierende Angle of Arrival-Technologie, die ebenfalls auf Smartphones oder speziellen BLE Tags läuft. Hierbei wird der Einfallwinkel der Bluetooth-,Welle’ gemessen und von einem Server interpretiert. Wir von Pyramid Computer haben vor 2 Jahren auch die Ultraschall-Technologie erforscht, aber vor allem unbeherrschbare Echoeffekte haben uns dann zu der maßgeblich vom Nokia Spin-off Quuppa aus Finnland entwickelten BLE-AoA-Technologie geführt. Diese Technik liefert bei korrekter Integration 20 cm genaue Lokalisierungsdaten von unseren PLS-Tags oder handelsüblichen Smartphones.

Wie beurteilen Sie kamerabasierte Verfahren für das Instore-Tracking?

Optische Systeme sind grundsätzlich sehr präzise, wenn auch sehr aufwendig und teuer. Was jedoch bei optischen Systemen nicht so gut klappt, ist die Integration des Kunden-Smartphones. Eine dauerhaft eingeschaltete Kamera verbraucht sehr viel Akkuleistung. Fehlbedienung und mangelndes Verbraucherverständnis kommen noch hinzu, ebenso psychologische Barrieren. Für Heat maps ist der Einsatz von Kameras jedoch ideal.

Welche Kriterien sind für die Investition in ein Instore-Ortungssystem aus Sicht des Anwenders maßgeblich?

Eine Indoor Ortungs-Infrastruktur verzahnt sich mit etlichen Systemen sowohl auf Benutzer- als auch auf IT-Ebene. Daher sollte man sich über Zukunftssicherheit und Langlebigkeit des Systems Gedanken machen. Vor allem sollten gängige Smartphones die Infrastruktur nutzen können. Das Wichtigste ist aber die Präzision der Lokalisierung. Diese sollte unbedingt gegeben sein. Analysen, Navigation und Prozesse müssen auf verlässlichen Daten basieren, sonst entsteht kein wirklicher Nutzen für den Store oder Endkunden.

Welche aktuellen Entwicklungen beobachten Sie?

Ein Ausrufezeichen für die Zukunft der Indoor-Lokalisierung hat Apple mit dem iPhone 11 gesetzt. Öffentlich fast unbeachtet, wurde ein UWB (a. d. R. Ultra Wide Band)-Chip in das neueste iPhone eingebaut. Die besondere Wellenphysik macht UWB sicher zur attraktivsten Messmethode und lässt sich auch recht kostengünstig realisieren. Es wird aber wohl noch einige Jahre dauern, bis auch andere Smartphones UWB-Sensoren besitzen werden und wer weiß, wann sich ein Großteil der Verbraucher damit in den Stores bewegen wird.

Das Interview führte Winfried Lambertz.

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