IT-Innovationen für Händler | stores+shops

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Im Innovationsblock auf den EHI-Technologietagen wurden handelsrelevante IT-Neuheiten vorgestellt.
Foto: EHI/Hauser

IT-Innovationen für Händler

Welche neuen digitalen Anwendungen und Services gibt es für den stationären Handel? Auf den EHI-Technologietagen 2022 in Bonn wurden KI-Lösungen für Gegenwart und Zukunft vorgestellt.

Viele Einzelhandelsunternehmen suchen nach Möglichkeiten für einen praxisrelevanten Einsatz von Künstlicher Intelligenz für die alltäglichen Planungsprozesse in ihren Filialen, wie Warenerfassung und -bestellung, Personaleinsatz oder Logistik, letztlich mit dem Ziel der Umsatzsteigerung.

KI in der Filiale

So gibt es etwa KI-Erweiterungen für bereits beim Händler im Einsatz befindliche ERP-Systeme, wie sie das österreichische Start-up Circly vorstellte. Die No-Code-Solution kann mit der jeweiligen API-Schnittstelle verbunden und so auch auf die mobilen Datenerfassungsgeräte der Mitarbeitenden am Standort aufgespielt werden. „KI muss nicht komplex, sondern nur anwendungsbereit sein“ fasst Circly-Geschäftsführer Eric Weisz zusammen. Wie die Lösung im Filialalltag funktioniert und welchen Nutzen sie hat, erläuterte Kauffrau Maria Höllermann von Nah & Frisch (siehe Video), die zwei Märkte mit 15 Mitarbeitenden betreibt.

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Die Lebensmittel-Verbundgruppe aus Österreich hat bereits an 156 Standorten die Software integriert, bis Ende 2023 sollen alle 460 Geschäfte angeschlossen werden, hofft Weisz.

Einkaufsmuster verstehen, um sie zu beeinflussen: Ein Ziel, das das für stationäre Retailer weniger leicht erreichbar scheint wie für ihre Kollegen im Online-Handel. „Wie können wir im physischen Geschäft genauso viel über die Interessen des Kunden herausfinden, wie der E-Commerce schon lange weiß? Wie erfolgt diese Erhebung und wie lassen sich aus diesen Werten Mehrumsätze generieren?”, fasste Thomas Pellkofer, CEO des Nürnberger Start-up Xpoli zusammen.

Tracken, ohne zu speichern

Als Säulen der In-Store-Analytik gelten im stationären Handel die Customer Journey im Laden, der Produktzyklus innerhalb des Stores und die Personaleinsatzplanung. Eine Herausforderung bei der KI-basierten Optimierung dieser Aspekte liegt in der Erhebung von vollständigen Daten über die Bewegung auf der gesamten Verkaufsfläche. Die Erfassung muss dabei den Anforderungen der DSGVO entsprechen. Im Umfeld des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS entwickelte zu diesem Zweck ein Team aus den Bereichen KI, Einzelhandel und Sport-Tracking für Xpoli eine Sensor-Tracking-Software, die auf Privacy-by-Design-Prinzipien basiert. Sprich: der Datenschutz wurde bereits bei der Erarbeitung technisch integriert.

Die Technologie erkennt per Bewegungssensoren auf der jeweiligen Verkaufsfläche – im Durchschnitt 17 Stück auf 2500 qm – Muster im Einkaufsverhalten, etwa wie die Kund:innen mit Produkten interagieren oder ihre Verweildauer in bestimmten Gängen und Zonen. Dies wird in einem Digitalen Zwilling des Marktes visuell dargestellt. So kann aus den Informationen kaufmännischer Nutzen gezogen werden. Das Unternehmen hat das System mittlerweile unter anderem in einigen Edeka-Märkten installiert.

RFID der Zukunft

Der Einsatz von RFID-Technik vor allem im Nonfood-Bereich ist zwar u.a. von Händlern wie Decathlon bekannt. Als Mehrwerte dieser Identifizierung von Produkten im Laden mithilfe elektromagnetischer Wellen gelten neben der Auffindbarkeit besonders die Nachsortierung von Artikeln in Realtime, die Möglichkeit der Echtzeit-Inventur sowie ein für die Kundschaft unkomplizierter „Just go“-Self-Checkout. Doch wie entwickelt sich RFID in den nächsten fünf Jahren weiter, und womit kann sie die Vorteile der Nutzung von Computer-Visions-Technologie aufwiegen oder gar übertreffen?

Die Duisburger ID4us GmbH platziert auf die an der Laden-Decke angebrachten Reader zusätzlich sogenannte Locators, welche die Funketiketten an den Waren bis auf 10 cm im Raum lokalisieren können. RFID verschlinge deutlich weniger Infrastrukturkosten und Energie als kameragestützte Systeme, die Privatsphäre von Kund:innen bleibe geschützt und für Händler bestehe eine geringere Notwendigkeit, den eigenen Store umzubauen und technologisch anzupassen, sagte Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Thomas Kaiser.

Da sich die Chipempfindlichkeit zudem von 17dBm in 2010 in den letzten zehn Jahren bereits auf 24dBm erhöht habe, könne man von einer Halbierung der RFID-Infrastrukturkosten bis 2027 ausgehen. Bei Kosten von gerade 3 Cent sei das Tagging ab mittleren Artikelkosten von 60 Cent zu erwägen, rechnete Kaiser.

Krypto per Karte

Auch die Begriffe Bitcoin und Blockchain bringt man im Allgemeinen mit E-Commerce und Transaktionen im Internet in Verbindung. Bisher investieren jedoch noch sehr wenige Menschen in digitale Güter, was möglicherweise daran liegt, dass sie schwer zugänglich erscheinen und man sich vor dem Kauf intensiv und proaktiv damit auseinandersetzen muss. Dass auch offline eine Kryptowährung gekauft und verwahrt werden kann, welche Möglichkeiten es gibt, diese als Zahlungsmittel zu verwenden und wie der Einzelhandel davon profitieren kann, stellte der Mitbgründer des Münchener Start-ups Yooba Lukas Weniger dar.

Deren Lösung namens „Youba Wallet“ soll es ermöglichen, eine Kryptowährung auf einer physischen Karte aufzubewahren und die eigenen Guthaben und Verkäufe per App zu verwalten. „Mithilfe einer Private-Key-Technologie bringen wir die Blockchain in einen Mikrochip“, so Weniger. Kund:innen können nach dem Kauf der Währung an der Ladenkasse, der auf der Karte abgespeichert ist, damit Transaktionen vornehmen. Bis dato ist die Entwicklung jedoch eine reine Gutscheinkarte, kein Finanzprodukt, mit dem 1:1 bezahlt werden kann. Das Unternehmen arbeitet dabei mit dem digitalen Paymentanbieter Epay zusammen, sodass Einzelhändler, die hierüber Gutscheinkarten verkaufen, das Produkt in ihr Sortiment aufnehmen können.

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