Robotics4Retail-Konferenz: Automatisierung immer bedeutender | stores+shops

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EHI Robotics4Retail Kongress 2019: IM Gespräch mit Workerbot „Gisela“
Foto: EHI/Hauser

Robotics4Retail-Konferenz: Automatisierung immer bedeutender

Automatisierung und Robotics in der Handelslogistik und am Point of Sale werden immer wichtiger für den Handel. Auf der EHI Robotics4Retail-Konferenz am 4. und 5. September in Köln diskutierten über 120 Logistik-Experten über technologische und prozessuale Innovationen für die verschiedenen Bereiche.

Dass das Interesse für Automatisierung in der Handelslogistik gestiegen ist, zeigte die hohe Anzahl an Teilnehmern, die Moderator Uwe Schulz am Mittwoch in Köln begrüßte. „Im Grunde weiß aber doch niemand, worüber wir reden, wo das Ganze einmal enden soll“, stellt er während seiner einleitenden Worte fest. Sicher ist: „Wer sich auf Automatisierung einlässt, verändert auf Dauer alles: die Prozesse, aber auch die Menschen.“

Humanoide Roboter 

Die Firma Pi4 Robotics GmbH beispielweise hat einen Workerbot entwickelt, der bereits einen Gastauftritt im „Tatort“ hatte. Während „Gisela“ dort Kaffee verkaufte, ist sie eigentlich in der Berliner Concept-Mall zuhause, in der sie seit März 2018 aus ihrem Kiosk heraus am POS angefertigte Spielzeugroboter anbietet.

Ein ebensolcher Workerbot-Kiosk befindet sich seit wenigen Wochen auch bei Conrad Electronics in Berlin-Schöneberg, wo er rund um die Uhr verschiedene, häufig benötigte Produkte verkauft, die leicht nachgefüllt werden können. In Funktion eines Automaten gelten für den Roboter keine Ladenschlussgesetze. Zudem hilft ein Shop-in-Shop-Konzept mit einem humanoiden Roboter bei der Vermeidung von Inventurdifferenzen. Auch Falschgeld stellt kein Problem dar, die Bezahlprozesse werden automatisiert. Bei Conrad Electronics sorgt eine Benutzeroberfläche ähnlich wie bei einem Online-Shop dafür, dass weder Personalkosten noch Arbeitsausfälle aufgrund von Krankheit oder Urlaub entstehen. Nebenbei bleibt der Roboter den Kunden gegenüber stets geduldig und freundlich.

Auch außerhalb eines Kiosks können die Workerbots in einem größeren Store wie z. B. einem „Supermarkt der Zukunft“ Aufgaben übernehmen und das Personal unterstützen. Beispiels sind ein Logistik-Roboter, der einen Store vollautomatisch mit Ware befüllt, einarmige Roboter, die vor allem hinter der Theke agieren oder Inforoboter, die mit elektronischen Anzeigetafeln im Verkaufsraum Auskunft über Angebote geben. Gleichzeitig zeichnen sie die Reaktionen der Kunden auf ein Angebot auf und können sie durch das von Pi4 Robotics selbstentwickelte Gesichtserkennungstool sowie die Spracheingabe und -ausgabe individuell ansprechen.

Lidl: Automated Case Picking System für Dänemark

Lidl hat gemeinsam mit Vanderlande, Generalunternehmer für Lösungen in der Prozessautomation im Lagerbereich, ein neues hochautomatisches Kommissioniersystem entwickelt und errichtet derzeit ein Automated Case Picking System (ACP) am dänischen Lidl-Standort Køge. Vorangegangen waren mehrjährige Tests, zunächst im Hause Vanderlande in Veghel (NL) und anschließend in einer Pilotanlage in Hartheim bei Freiburg, in der sämtliche Artikel des Lidl-Sortiments über das ACP 1.0 bewegt sowie „Echtpaletten“ gepackt und die Technik zur „Serienreife“ gebracht wurden.

Das neue Automated Case Picking System (ACP) wird in das bestehende Logistikcenter in Køge integriert, welches eines von 160 Lidl-Standorten weltweit darstellt und die vorgelagerten Inseln Dänemarks beliefert. Hinzu kommt ein neues Hochregallager, das mit dem bestehenden Lager verbunden wird. Ziel ist es, den Kommissionierprozess so weit wie möglich zu automatisieren. Die angelieferten Produktpaletten werden zu 80 bis 90 Prozent automatisch depalettiert, geprüft und gescannt. Mit den bisherigen Technologien konnten lediglich bis zu 75 Prozent des Lidl-Sortiments automatisiert depalettiert werden. Ein neu entwickelter Depalettierer erreicht nach Aussage von Vanderlande einen Automatisierungsgrad von 98 Prozent. Shuttles sorgen über Lifte für die Ein- und Auslagerung der Produktpaletten. Zum Palettierbereich gelangen die ausgelagerten Kolli-Trays via automatische Fördertechnik und werden dort von Mitarbeitern entladen. Grundsätzlich besteht zudem die Möglichkeit, einen „Item-Pick-Roboter“ einzusetzen, der Einzelstücke aus Behältern oder Kartons entnehmen kann. In Dänemark ist eine manuelle Palettierstation integriert, die den gesetzlichen ergonomischen Anforderungen des Landes entspricht. Die Füllstände der Trays werden via Kamerasystem automatisch kontrolliert und Fehler ggf. angezeigt.

Aktuell befindet sich das Lager in der Bauphase. 2021 will Lidl die Filialbelieferung starten.

Weitere wichtige Themen des Kongresses waren u. a. differenzierter Materialfluss mit integrierter Roboterintelligenz, smarte Pick- und Shuttlesysteme, smarte Materialflusslösungen für Retail und Multichannel sowie weitere Praxisbeispiele aus der Robotik und auch der Einsatz von KI in der Intralogistik.

Die nächste EHI Robotics4Retail-Konferenz findet am 1. und 2. September 2020 in Köln statt.

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