Mobile-Payment-Kooperationen: Auf dem Weg zum New Normal? | stores+shops

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Mit Bluecode und der Kaufland-App ist mobiles Bezahlen direkt an der Ladesäule möglich.
Foto: Kaufland

Mobile-Payment-Kooperationen: Auf dem Weg zum New Normal?

Mobile Bezahlverfahren sind auf dem Vormarsch. In Deutschland konkurriert eine Vielzahl von Anbietern und Konzepten um die Gunst der Kundschaft: angefangen von kontaktlosen Zahlungen per Girocard oder Kreditkarte, über Bezahl-Apps bis hin zu digitalen Geldbörsen von Google, Apple & Co.

Allein 2024 haben sich die Zahlungen mit mobilen Geräten im stationären deutschen Einzelhandel nahezu verdoppelt: von 593 Mio. im Jahr 2023 auf 1,135 Mrd. Transaktionen (+91,4 Prozent), wie aus den Erhebungen des EHI hervorgeht. Mit einem auf Basis von Händlerangaben geschätzten Anteil von 60 bis 65 Prozent an diesen Zahlvorgängen wird Apple Pay mit Abstand am meisten genutzt, gefolgt von Google Pay – kurz „G Pay“ – mit 25 bis 30 Prozent und sonstigen Anbietern (5 bis 15 Prozent).

Mobile Payment werde zum „New Normal“, konstatierte Stephanie Göser, Produktmanagerin Mobile & Internet Payment bei der S-Payment GmbH auf einer EHI-Session im vergangenen November. Laut S-Payment-Studie „Bezahlverhalten der Verbraucher“ bezahlen 27 Prozent der Deutschen regelmäßig mobil, und 88 Prozent derjenigen, die einmal mobil bezahlt haben, tun das danach regelmäßig. Allein die Sparkassenkunden mit ihren rd. elf Millionen digitalisierten Karten (Apple Pay und „Mobiles Bezahlen“/Android) bringen es auf drei Millionen mobile Zahlungen pro Tag im stationären Einzelhandel.

Sparkassen forcieren Angebote

Die Sparkassen-Finanzgruppe plant ihre mobilen Angebote in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung der Girocard ist die vorabgenehmigte Zahlung, die Händlern, aber auch anderen Branchen Vorteile verspricht, indem sie u. a. den „funktionalen Abstand“ zu internationalen Kreditkarten verkürzt. Aktuell kennt das Girocard-System nur einmalige, feste Beträge und damit keine Flexibilität für den Händler. Zukünftig soll der Händler entscheiden können, wann und in welcher Höhe er in einer Zeitspanne von bis zu 24 Monaten einen zugestimmten Betrag in voller Höhe oder in Teilbeträgen einzieht. Ein möglicher Use Case ist auch die Vorautorisierung eines Maximalbetrags beim Betreten eines autonomen Stores und die Verrechnung des tatsächlichen Betrags nach dem Einkauf.

Auch an der souveränen europäischen Omnichannel-Lösung Wero ist die Sparkassen-Gruppe beteiligt. Wero ist ein einheitliches, europäisch kontrolliertes Zahlungssystem und sieht sich als echte Alternative zu amerikanischen Payment-Schemes. Gestartet ist Wero 2024 mit P2P-Zahlungen (Person-zu-Person). Mit der Banking-App können Privatpersonen Geld von Girokonto zu Girokonto in Echtzeit länder- und bankenübergreifend senden und empfangen. Im E-Commerce erweitert Wero den Zahlungsmix, wenn es in die Systeme der Händler integriert wird. Große Omnichannel-Händler wie u. a. Decathlon, Mediamarkt Saturn, Lidl und Rossmann haben sich dafür entschieden, Wero für E-Commerce-Zahlungen anzubieten. Noch für dieses Jahr sind erste Implementierungen auch an POS-Kassen in stationären Geschäften geplant.

EHI Payment Kongress 2026: Wissenstransfer und Networking

Der Payment Kongress im Alten Bundestag in Bonn

Der EHI Payment Kongress ist seit Jahren die führende Informations- und Netzwerkveranstaltung für die gesamte Branche im deutschsprachigen Raum. Zum morgen startenden Event in Bonn, für das es für Kurzentschlossene noch Tickets gibt, erwartet das EHI mehr als 600 teilnehmende Payment-Verantwortliche aus Handel, Mineralölbranche und Dienstleistung. Top-Referierende aus dem Handel beleuchten die wichtigsten Branchenthemen.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine große Begleitausstellung im Foyer des ehemaligen Deutschen Bundestages und eine Networking-Veranstaltung zum Abschluss des ersten Kongresstages.

Weitere Infos zum Rahmenprogramm und zur Anmeldung hier.

Bluecode wächst international

Auch die Blue Code International AG bringt Schwung in den Markt. Bluecode ist ein europäischer Bezahldienst, der bargeldloses Bezahlen per Mobiltelefon ermöglicht und über die Kooperation mit internationalen Netzwerken wie Alipay+, Discover Network und EMPSA (European Mobile Payment Systems Association) weltweit akzeptiert wird. Das System ist direkt mit dem Bankkonto des Nutzers verbunden, kann aber auch als Prepaid-Lösung verwendet werden. Zuletzt hat Bluecode drei Neuheiten eingeführt: Zum einen das Bezahlen an den E-Ladesäulen direkt aus der Händler-App, „Prepay“ für das unabhängige Zahlen auf Guthaben- bzw. Prepaid-Basis in der gesamten Eurozone und drittens die NFC- und QR-Code-Interoperabilität mit weltweiter Einsatzfähigkeit. Das Bezahlen an der Ladesäule wurde 2024 zuerst mit Kaufland umgesetzt und funktioniert auf der Kaufland-App. Nach dem Scan an der Ladesäule werden Kundenkarte, Coupons und Zahlung automatisch kombiniert. Das Verfahren ergänzt die anderen von Bluecode realisierten Features auf der Kaufland- App. Die Zahlungen sind kontobasiert und durch das Bluecode-Scheme garantiert.

Dr. Christian Pirkner hat mit Bluecode ein kontobasiertes Bezahlverfahren entwickelt, das über „Payment-Roaming“ weltweite Anwendungen nach europäischen Standards ermöglicht.

Die in Deutschland weitgehend unbekannte Guthaben- oder Prepaid-Funktion auf der Kunden-App von Händlern ist laut Bluecode-CEO Dr. Christian Pirkner in den USA weit verbreitet und wird dort von Retailern sehr geschätzt, da das Guthaben auf ihrer App für Einkäufe in ihrem Store reserviert ist. Für Verbraucher:innen liegt der Anreiz darin, dass sie mit dem Guthaben exklusiv an Promotions, Treuepunkteprogrammen und anderen Benefits des Händlers teilnehmen können.

Hierzulande läuft eine Bluecode-Anwendung mit vielfältigen Features auf der App „Teufel Pay“ des Eishockeyclubs EC Bad Nauheim. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit hat Bluecode auch die Interoperabilität von Zahlungssystemen zur Marktreife gebracht. Die Analogie ist ähnlich wie beim SIM-Karten-Roaming in der Telekommunikation: Wer mit Bluecode bezahlt, bleibt bei dem heimischen Anbieter, der die Netzwerke seiner Roaming- Partner nutzt. Inzwischen ist Bluecode mit der Abwicklung von P2P-Zahlungen und der Durchführung von P2M-Transaktionen – einschließlich NFC- und QR-Code-Zahlungen – in 20 europäischen Ländern und an rund 160 Mio. Akzeptanzstellen im Handel weltweit verfügbar. „Damit haben wir jetzt nahtlos ein europäisches Zahlverfahren weltweit am Start“, so Dr. Christian Pirkner.

 

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