Shop-Beleuchtung: Infrastruktur intelligent nutzen | stores+shops

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Foto: Zumtobel/iHaus

Shop-Beleuchtung: Infrastruktur intelligent nutzen

Ambitionierte Klimaziele, drastisch steigende Energiepreise und die Notwendigkeit, weitere Energiesparpotenziale zu heben – ein smartes Gebäudemanagement mit einer digitalen Vernetzung verschiedener Gewerke bietet hier neue Potenziale für den Handel. Welche Rolle spielt dabei die LED-Beleuchtung?

Im Rahmen von Neubauprojekten, Sanierungen und Modernisierungen ziehen digitale Komponenten verstärkt in Handelsimmobilien ein und unterstützen unterschiedliche Prozesse. Die Vernetzung einzelner Bausteine zu einem digitalen Gesamtkonzept eröffnet dem stationären Handel ganz neue Perspektiven in puncto Effizienz, Sicherheit, Funktionalität und Komfort – und das in vielerlei Hinsicht. Effizienz ist dabei ein Haupttreiber für den Handel, sein Gebäudemanagement smart und nachhaltig zu gestalten – vor allem mit Blick auf weiter steigende Energiekosten und die Verpflichtung zur Klimaneutralität durch das Klimaschutzgesetz.

Authentische Lichtverhältnisse durch Punktbeleuchtung im Gartencenter Kremer in Lennestadt

Authentische Lichtverhältnisse durch Punktbeleuchtung im Gartencenter Kremer in Lennestadt
Foto: Ansorg

Dabei zeigt sich: Licht kann noch mehr als Stores erleuchten und Ware inszenieren. Die Möglichkeiten zur Vernetzung von Leuchten – miteinander, aber ebenso mit anderen Gewerken – machen moderne LED-Lichtanlagen auch interessant als Steuerungsinstrument in einem nachhaltigen Gebäudemanagement. „Beleuchtung ist überall im Laden vorhanden, bringt ihre Energieversorgung mit und ist damit eine flächendeckende, selbstverständliche Infrastruktur“, unterstreicht Christian Miesner, Director Technology/CTO bei Bäro.

Als Halbleiter-Lichtquelle ist die LED für die digitale Steuerung prädestiniert. Intelligente Lichtsteuerung kann bereits viel Energie und damit CO2 einsparen. Die Leuchten lassen sich über DALI-Kabelleitungen oder drahtlos etwa durch Bluetooth oder Zig Bee mit wenig Aufwand vernetzen. Sie werden zu Kommunikatoren, fungieren als Sender/Signalgeber, sind aber auch Empfänger, wenn sie zum Beispiel An- und Abwesenheiten oder Außeneinflüsse erkennen und darauf reagieren. Über das eigene Lichtmanagementsystem Litecom können sich intelligent vernetzte Leuchten ganz automatisch zu bestimmten Zeiten oder in leeren Räumen abschalten, heißt es bei Zumtobel. Auch tagsüber passen sie sich dem Tageslicht an – und können so den Energieverbrauch um bis zu 82 Prozent senken.

In die Beleuchtung integrierte Sensorik kann auch Informationen für weitere Elemente der Gebäudetechnik liefern. Werden verschiedene Sensoren (Infrarot für Bewegung, Temperatur, CO2 etc.) kombiniert, können Händler mittels Wireless- Kommunikation wichtige Informationen über Raumnutzung, Luftqualität, Wartung und Stromverbrauch abrufen oder den Gerätezustand von Klimaanlagen oder Pumpen diagnostizieren – alles wichtige Aspekte, die zur energetischen Optimierung und Kostenreduktion beitragen können.

Sensorik gewinnt an Bedeutung

Lange sei die Nachfrage nach Sensorik in Verbindung mit der Beleuchtungsanlage eher zurückhaltend gewesen, räumt man bei Bäro ein, doch das verändere sich zusehends. So gewinnt beispielsweise die tageslichtabhängige Regelung der Beleuchtung in Verbindung mit Sonnenschutz an Bedeutung. Moderne vollverglaste Handelsflächen mögen attraktiv sein, um Transparenz und Offenheit gegenüber der Kundschaft zu signalisieren. Problematisch aber können die ständig wechselnden Lichtverhältnisse werden, die auf Kund:innen, Mitarbeitende und die Qualität der Waren einwirken.

Beleuchtungsinfrastruktur bietet sich auch für Sensorik, Kameras und weitere digitale Komponenten an.

Beleuchtungsinfrastruktur bietet sich auch für Sensorik, Kameras und weitere digitale Komponenten an.
Foto: Ansorg

Handelsgebäude müssen schnell und komfortabel auf alle wetterbedingten Einflüsse und die daraus resultierenden Lichteinfälle reagieren können. Sonnensegel oder Jalousien, über Außenlichtsensoren gesteuert, können als sogenannte Schattierungen/Verschattungen vor starkem Lichteinfall schützen und helfen, Treibhauseffekte zu vermeiden. Im Gebäude lassen sich, basierend auf vordefinierten Lux-Werten, je nach Wetterlage, Tageszeit und Lichteinfall, Lichtstufen dazu- oder abschalten – dies alles bei höchstmöglicher Effizienz, erläutert Lichtexperte Georg Lenz von Ansorg.

Im Zuge der Corona-Pandemie stellt die Leuchtenindustrie auch einen erhöhten Sicherheitsbedarf im Handel fest. Hier spielt vor allem die Luftqualität in den Verkaufsräumen eine große Rolle – ein weiterer Ansatzpunkt, Licht-Infrastruktur intelligent zu nutzen. Entsprechende Sensoren lassen sich in Leuchten gut integrieren, sie monitoren regelmäßig die Luftqualität auf den Verkaufsflächen und sind damit die Basis für effizient gesteuerte Entkeimungsanlagen oder Belüftungssysteme.

Ein weiterer Punkt ist besonders auf Großflächen das Zählen und Begrenzen der Personen in einem Geschäft – angesichts der wechselnden und regional unterschiedlichen Regelungen in der Pandemie eine große Herausforderung an die Shopbetreiber, unterstreicht man bei Bäro. Auch das Unternehmen Signify koppelt Systemsteuerungen mit UV-C-Lichtlösungen zur Desinfektion und installiert diese verstärkt im Food-Bereich, in Drogeriemärkten oder im Modehandel. In diesen Bereichen mit ihren hohen Besucherfrequenzen ist das Interesse an neuen Sicherheits-Applikationen offenbar derzeit hoch. Die Hygienekonzepte der Märkte können so um eine weitere Ebene ergänzt werden und für die Kund:innen in Zeiten von Corona und möglichen weiteren Pandemien einen sichereren Einkauf sowie für die Mitarbeitenden ein geschütztes Arbeitsumfeld gewährleisten.

Das Fraunhofer Institut hat die Wirksamkeit der UV-C-Geräte vor Ort in einem Hamburger Supermarkt in einem mehrwöchigen Projekt untersucht und belegt, dass die Keime in der Luft signifikant inaktiviert werden. UV-C-Geräte werden im Handel auch über die Pandemie hinaus als wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit für Mitarbeitende, Kundschaft und Lieferanten gesehen.

Netzwerke im Aufbau

Derzeit befindet sich die digitale Vernetzung über die Licht-Infrastruktur in Handelsgebäuden insgesamt aber noch im Anfangsstadium und beruht vor allem auf Teillösungen. Doch „der Bedarf nach einer Vernetzung von Lichtlösungen mit anderen Gewerken wie Heizung, Klima, Beschattung und weiteren Features im Gebäudemanagement wird in Zukunft ständig steigen“, ist sich Ansorg-Experte Lenz sicher. Die Nachfrage entstehe daraus, dass der Handel kontinuierlich nach Antworten für eine energieeffiziente, klimaneutrale und nachhaltige Gebäudewirtschaft suche.

GDD Sales Point: Die Augen und Ohren eines Stores

Erstes Referenzprojekt von Zumtobel/„iHaus“ für ein umfassend vernetztes Gebäudemanagement im Münchner Apple-Shop

Erstes Referenzprojekt von Zumtobel/„iHaus“ für ein umfassend vernetztes Gebäudemanagement im Münchner Apple-Shop
Foto: Zumtobel

Zumtobel und „iHaus“, Plattformbetreiber für Smart Buildings und Smart Living Services, haben im Zuge einer strategischen Kooperation ein erstes gemeinsames Referenzprojekt geschaffen, um die Vorteile intelligent genutzter Infrastruktursysteme für die smarte Gebäudeautomation anschaulich zu machen.

Im neuen, modernisierten Shop des Unternehmens Computerhaus GDD Sales Point, München, ein zertifizierter Apple-Shop, ist die iHaus-Lösung inklusive der professionellen DALI-Lichtlösung „Litecom“ von Zumtobel im Einsatz. Darüber hinaus werden auf der iHaus Plattform Heizung, Beschattung via KNX, CO2-Sensoren, internetbasierter Wetter- und Verkehrsdienst, das Sonos Soundsystem, die Messung der Luftqualität sowie weitere energie- und sicherheitsrelevante Funktionen visualisiert.

Alle Anwendungen werden zentral über den iHaus-Server mit IoT-Anwendungen verknüpft. Bedient wird der Shop mit Hilfe der iHaus-Software, die auf einem iPad visualisiert ist. Besucher des Shops können sich live von den Mehrwerten eines digitalen Gebäudes überzeugen.

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