EHI-Session: Sicherheit trifft Design – Einkaufen mit Abstand | stores+shops

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Maskenpflicht, Abstandsregeln und Bodenmarkierungen – Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich das Einkaufen verändert.
Foto: yurolaitsalbert/stock.adobe.com

EHI-Session: Sicherheit trifft Design – Einkaufen mit Abstand

Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden, Bodenmarkierungen definieren Laufwege, es gelten weiterhin Zutrittsbeschränkungen – Das Einkaufen hat sich durch die Corona-Krise geändert. Wie die Veränderungen auf der Fläche auch in Zukunft Mehrwert bringen können, haben die Teilnehmer des zweiten Teils der EHI-Session³ Retail Design am 16. September mit aktuellen Forschungsergebnissen und Use Cases aufgezeigt.

„Die Krise hat dem Handel auch einen Anlass gegeben, sich für die Zukunft zu rüsten und sogar Neues oder Unkonventionelles auszuprobieren“, sagt Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung und Einrichtung im EHI Retail Institute. Viele Maßnahmen musste der Handel zu Beginn der Corona-Pandemie schnell umsetzen, Provisorien bestimmten dementsprechend das Bild in den Geschäften. Claudia Horbert: „Inzwischen geht der Handel davon aus, dass Schutz- und Hygienemaßnamen länger gebraucht werden, weshalb sie nun auch optischen Ansprüchen genügen müssen.“

Neue Standards in der Ladenplanung

So werden Plexiglas-Schutzwände jetzt von der Decke abgependelt oder über flexible Schienensysteme am Kassentisch angebracht, sodass sie bei Bedarf schnell wieder entfernt werden können. Treiber für die Entwicklungen waren hier, so Horbert, vor allem Drogeriemärkte, Lebensmittelgeschäfte und all die Stores, die von der gesetzlich bestimmten Ladenschließung nicht betroffen waren.

Insgesamt habe der Handel schnell und professionell auf neue Anforderungen reagiert, um dem Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit zu schenken. „Das Bedürfnis nach Hygiene und Sicherheit ist gestiegen, was auch neue Standards für die Ladenplanung mit sich bringt“, resümiert Claudia Horbert. „Dies führt im Ladenbau zu einer Gradwanderung zwischen Sicherheit und Design.“

Die Referenten sind sich einig, dass Themen wie Einlasskontrolle, Begrenzung der Kundenzahl auf der Fläche, Mund-Nasen-Schutz und Warteschlangen den Handel weiterhin begleiten werden. „Entscheidend für eine Umsetzung neuer Lösungen sind auch die Nutzungsmöglichkeiten der dabei eingesetzten Technologien auch nach der Krise“, sagt Claudia Horbert. Kamerasysteme können zum Beispiel über ihre reine Sicherheitsfunktion und Personenzählung hinaus mithilfe von Video-Analyse und Künstlicher Intelligenz Daten generieren und dem Händler Informationen zum Markt und seinen Kunden liefern.

Die Sicherheitskamera als Assistent

Neue Lösungen, die Sicherheitsmaßnahmen unterstützen, werden in diesem Zug auf der Fläche getestet. „Optische Sensoren können Warteschlangen an der Kasse effizienter steuern und Personen im Innen- und Außenbereich zählen“, sagt Kester Peter Brands, Business Development Manager DACH Retail bei HIK Vision. Inzwischen ist die Technik so weit entwickelt, dass sie einzelne Produkte identifizieren und sogar feststellen kann, ob eine Person einen Mund-Nase-Schutz trägt.

Die IoT-Kommunikationsplattform von React will in diesem Rahmen die Informationsweitergabe an die Kunden mithilfe von automatisierten Durchsagen vereinfachen, die Mitarbeiter über die zugehörige App abspielen können. Die Sprachdurchsage teilt den Kunden z. B. mit, wenn die maximale Zahl an Kunden erreicht ist. Darüber hinaus können Mitarbeiter über die App direkt kommunizieren und Aufgaben an festgelegte Mitarbeitergruppen oder Einzelpersonen zuteilen.

Um Sicherheitssysteme mit neuen Funktionen schnell und flexibel aus- und umzurüsten, hat das Start-up Security & Safety Things eine Plattform entwickelt, über die Video-Analyse und Künstliche Intelligenz unabhängig vom Kamerafabrikat eingesetzt werden können. Hierfür können Nutzer KI-gestützte Video-Analyse-Apps aus dem S & ST App-Store herunterladen. Aktuell zählt die Plattform des Tochterunternehmens der Hugo Bosch GmbH 73 Apps von 25 Unternehmen.

Kassenzone neu gedacht

Die Corona-Pandemie hat auch eine Veränderung im Zahlverhalten der Kunden mit sich gebracht. Unbare Zahlungsmittel werden häufiger genutzt, die Kartenzahlung ist sogar um 50 Prozent während der Krise gestiegen, wie die aktuelle Payment-Studie des EHI zeigt. auch die Nutzung alternativer Kassier- und Bezahllösungen ist gestiegen. „Die Nachfrage nach SCO-Kassen war noch nie so hoch wie dieses Jahr“, berichtet Klaus Schmid, Geschäftsführer von Itab Germany.

In seinem Vortrag stellt er die Herausforderungen für den Lebensmittelhandel im Umgang mit den vielfältigen Lösungen vor und beschäftigt sich mit der Kassengestaltung und ihrer Zukunft. Die Kunden erwarten aktuell Sicherheits- und Hygienelösungen an der Kasse, aber auch immer noch Komfort und eine nahtlose, individuelle Einkaufserfahrung, so Schmid: „Der Online Handel beeinflusst die Erwartungen der Konsumenten im stationären Handel.“

Die moderne Kasse

Moderne Kassenzonen sind im Design und farblich auf den Ladenbau abgestimmt und Licht, Werbetafeln und elektronische Displays führen den Kunden. Sie bieten sowohl einen bedienten, als auch einen SCO-Bereich. Klaus Schmid: „Der Kunde will selbst entscheiden, ob er beim Kassiervorgang selbst Scannen oder einen Service an der bedienten Kasse in Anspruch nehmen möchte”.

Im Zuge der Pandemie haben einige Lebensmittelhändler neue Konzepte ausprobiert. In Schweden stieg ein Händler beispielsweise gänzlich auf Selbstbedienungskassen um. Neue Design-Fragen rund um die Kasse rücken verstärkt in den Fokus: Sind die neuen Trends schon disruptiv? Wird es weniger Kontakt zum Kunden geben? Wird der klassische Kassenplatz in der aktuellen Form bestand haben? „Auf viele Fragen haben wir noch keine Antwort“, sagt Schmid.

Am 1. Oktober findet die dritte und letzte Session der EHI-Session³ Retail Design mit dem Thema „Aus Wissenschaft und Praxis/Erlebnis statt Produkt“ statt.