Ausbildung im Einzelhandel: Immer weniger Auszubildende | stores+shops

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Der Rückgang der Zahl der Auszubildenden ist in einigen handelsrelevanten Berufen dramatisch.
Foto: stock.adobe.com/contrastwerkstatt

Ausbildung im Einzelhandel: Immer weniger Auszubildende

Die Corona-Pandemie hat auch am Ausbildungsmarkt in Deutschland ihre Spuren hinterlassen. Die Zahl der Auszubildenden im Handel ist rückläufig, teilweise sogar dramatisch.

Wie im Vorjahr lag der Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel mit 24.890 Verträgen auf Platz 1 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, knapp vor dem Beruf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement (22.940 Neuverträge). Dies geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Auf dem dritten Platz liegt der Beruf Verkäufer/-in (21.280 Neuverträge). Dennoch mangelt es weiterhin an Nachwuchs, denn die Zahl der Auszubildenden ist seit Jahren rückläufig. Der Rückgang ist in einigen handelsrelevanten Ausbildungsberufen sogar überdurchschnittlich.

An Angebot mangels es nicht, wie der Handelsverband kürzlich mitteilt: So verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit die zahlenmäßig meisten Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel sowie für Verkäuferinnen und Verkäufer, insgesamt sind das mehr als zwölf Prozent aller angebotenen Stellen. Handelsunternehmen bieten aktuell rund 34.900 Stellen für eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel (+2,7 Prozent zum Vorjahresmonat) sowie über 24.700 Ausbildungsstellen zum Verkäufer oder zur Verkäuferin (+9,4 Prozent zum Vorjahresmonat) an. Gleichzeitig meldet die Bundesagentur aber für die Kaufleute im Einzelhandel noch mehr als 16.000 sowie für die Verkäufer über 13.000 unbesetzte Stellen.

„Die beiden Kernberufe des Einzelhandels gehören jedes Jahr wieder zu den beliebtesten Berufen in Deutschland“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gründe für die offenen Stellen sieht der HDE in den Folgen der Pandemie. In den Sommermonaten dürften noch viele Ausbildungsstellen besetzt werden. „Wir gehen davon aus, dass sich die Stellenbesetzung in diesem Jahr bis weit in den Herbst hinein ziehen wird. Bewerberinnen und Bewerber haben aktuell noch sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz im Einzelhandel zu bekommen“, sagt HDE-Geschäftsführer Genth.

Immer weniger Auszubildende im Einzelhandel

Bei Betrachtung der letzten zehn Jahre weist der Ausbildungsberuf zum Kaufmann/-frau im Einzelhandel einen stetigen Rückgang auf. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 gab es insgesamt 51.075 Auszubildende zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel, dies entspricht einem Rückgang von 28 Prozent gegenüber 2010 (70.593 Auszubildende).

Anzahl der Auszubildenden in handelsrelevanten Berufen in Deutschland im Jahresvergleich 2020 und 2021.

Anzahl der Auszubildenden in handelsrelevanten Berufen in Deutschland im Jahresvergleich 2020 und 2021.
Foto: EHI Retail Institute/handelsdaten.

Die Ausbildung zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin absolvierten vor zehn Jahren noch rund 48.483 Personen, 2020 waren es mit 37.908 Auszubildenden gut 22 Prozent weniger. Auch hier lässt sich ein stetiger Rückgang der Gesamtzahl der Auszubildenden feststellen.

Einen besonders massiven Rückgang in den letzten zehn Jahren lässt sich im Ausbildungsberuf „Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk“ feststellen. Das Minus im Zehnjahresvergleich liegt bei 61 Prozent, auch im Vergleich von 2019 zu 2020 sanken die Auszubildendenzahlen um ganze 9 Prozent. Insgesamt absolvierten 11.448 Personen eine Ausbildung im Jahr 2020 in diesem Beruf, 2010 waren es noch 29.439 Personen.

Der Ausbildungsberuf zum Drogisten bzw. zur Drogistin zählte vergangenes Jahr 2.838 Auszubildende und konnte somit im Vergleich zu 2010 eine Steigerung von 15 Prozent erzielen (2.466 Auszubildende) erzielen. Allerdings resultiert dieses Ergebnis vornehmlich aus einem Anstieg bis zum Jahr 2015. Seitdem zeigt sich ein progressiver Rückgang (2015 zu 2020: -13 Prozent), der durch die Corona-Krise noch einmal verstärkt wurde. So sank die Zahl der Auszubildenden um 5 Prozent im Vergleich von 2019 zu 2020.

Run auf Ausbildungsberuf im E-Commerce

Im Aufwind ist dahingegen der 2018 neu geschaffene Ausbildungsberuf zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im E-Commerce. Die Absolventen dieser Ausbildung können in allen Unternehmen arbeiten, die Waren und Dienstleistungen online vertreiben, ob im Groß- und Einzelhandel, bei Touristikunternehmen, bei Logistikdienstleistungsbetrieben, Ticketing-Dienstleistern, der herstellenden Industrie oder Online-Spielanbietern. Bereits im Jahr 2018 gab es 1.338 Auszubildende in diesem neuen Berufsbild. 3.894 Personen waren es schließlich im Jahr 2020 in einer Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im E-Commerce. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem kräftigen Wachstum von 44 Prozent (2019: 2.703).

Historischer Rückgang der Gesamtzahl neuer Ausbildungsverträge

Im Jahr 2020 haben insgesamt 465.700 Personen in Deutschland einen Ausbildungsvertrag in der dualen Berufsausbildung abgeschlossen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entspricht dies 9,3 Prozent weniger als im Jahr 2019 und ist damit der größte prozentuale Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1977. Einen Grund für den Rückgang sieht das Statistische Bundesamt in den Auswirkungen der Corona-Krise. So gingen besonders deutlich die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen.

Kennzahlen zum Arbeitsmarkt 

Weitere Informationen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt im deutschsprachigen Handel finden Sie auf unserer Branchenseite „Arbeitsmarkt“ auf dem EHI Statistikportal handelsdaten.de. Ergebnisse aus der EHI-Forschung zum Thema Personal erhalten Sie zudem auf unserer Themenseite „Personal“.

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