Die Warenversorgung der dann 39 Standorte soll über Edeka Foodservice erfolgen. Für die Organisation nutzt das Mannheimer Unternehmen Yobsti die Software des verbundenen Technologieunternehmens Yobst. Ziel ist es, Bestände und Organisation enger aufeinander abzustimmen.
Die geplante Übernahme folgt auf den angekündigten Deutschland-Rückzug von Migros Zürich. Edeka hat die Übernahme wesentlicher Teile des Tegut-Geschäfts einschließlich des Teo-Geschäfts vereinbart. Im Rahmen der anschließenden Weiterveräußerung folgt nun die Übernahme ausgewählter Standorte durch Yobsti.
Sein Betriebsmodell erprobte Yobsti zunächst mit Pilotmärkten in Rheinland-Pfalz. Das anfangs überwiegend regionale Angebot wurde im Laufe der Zeit um klassische Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ergänzt. Heute betreibt das Unternehmen vier Märkte in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Erfahrungen aus Lager, Belieferung und Ladenbetrieb fließen in die Softwareentwicklung ein.
Digital arbeiten
Seine Arbeit organisiert das Mannheimer Unternehmen bereits vollständig digital: Sämtliche betrieblichen Dokumente und die Dokumentation der Abläufe liegen digital vor. Gemeinsam mit Yobst entwickelt das Unternehmen sein System nun so weiter, dass die verschiedenen Bereiche Informationen besser miteinander nutzen können. Mitarbeitende sollen weniger Zeit damit verbringen müssen, Informationen zusammenzusuchen, zu übertragen und an andere Beteiligte weiterzugeben.
Mit zusätzlichen Standorten wachsen auch die Aufgaben bei Warenverräumung, Reinigung, Wartung und Überwachung. Ziel ist es, einen hohen Automatisierungsgrad zu erreichen, um den Abstimmungsaufwand zu reduzieren, Probleme früher zu erkennen und schneller reagieren zu können. Für die Kundschaft soll daraus langfristig eine hohe Warenverfügbarkeit, günstige Preise und ein zum Standort passendes Sortiment entstehen.
Standortspezifische Sortimente
Mit der Belieferung durch Edeka Foodservice hält die Edeka-Eigenmarke „Gut & Günstig“ Einzug. Der Wechsel soll die vorhandenen Warenbestände berücksichtigen. Regionale Lieferanten sollen das Angebot im weiteren Verlauf ergänzen, insbesondere an Standorten in Dörfern und ländlichen Regionen. Aufgabe ist, die Nahversorgung zu stärken und das Angebot mehr an Bedürfnisse vor Ort anzupassen.
Bei der Sortimentssteuerung betrachtet Yobsti neben Einkaufspreis und Absatz auch den betrieblichen Aufwand eines Artikels: Haltbarkeit, Lieferfähigkeit, Transport und Handhabung. Künftig sollen bis zu 200 unterschiedliche Datenpunkte Entscheidungen darüber unterstützen, welche Produkte ins Regal kommen und neben welchen anderen Artikeln sie platziert werden.
Prozessschritte nach Übernahme
Nach der geplanten Übernahme sollen alle Märkte für die Umstellung vorübergehend schließen, man will sich aber auf eine schnelle Wiederöffnung konzentrieren. Yobsti strebt die Wiedereröffnung am 6. November 2026 um 12 Uhr an; standortbezogene Abweichungen sind möglich. Danach sollen die Märkte schrittweise an die örtlichen Gegebenheiten und die Nachfrage ihrer Kundschaft angepasst werden.
Das Einkaufsprinzip bleibt bestehen: Waren auswählen, selbst scannen und bezahlen. Kassensoftware und Zutritt werden umgestellt. Der Zugang ist per Bankkarte vorgesehen; auch digitale Bankkarten über Apple Pay und Google Pay sollen nutzbar sein, eine App wird dafür nicht benötigt. Nach der Wiedereröffnung sind tägliche Öffnungszeiten von 6 bis 22 Uhr geplant.

