Green Pea: Eine runde grüne Sache | stores+shops

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Es braucht Fantasie, um das „Green Pea“-Gebäude mit einer Erbse zu assoziieren, aber das Projekt ist insgesamt visionär.
Foto: Fabio Oggero für ACC Cristiana Catino und Negozio Blu Architetti

Green Pea: Eine runde grüne Sache

Sie ist rund, die Erbse, wie unsere Erde – und sie ist grün, so wie die Welt der Zukunft sein sollte. Das zumindest finden die Macher der ersten nachhaltig ausgerichteten Mall in Turin, drei italienische Familien, die den Namen „Green Pea“ für ihr gemeinsames umweltfreundliches Shoppingprojekt wählten.

Green Pea

Via Nizza, 230
10126 Torino TO
Italien

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Green Pea

Via Nizza, 230
10126 Torino TO
Italien

Green Pea bei Nacht

Green Pea bei Nacht
Foto: Fabio Oggero für ACC Cristiana Catino und Negozio Blu Architetti

Vom Turiner Stadtteil Lingotto aus genießt man bei gutem Wetter einen weiten Blick auf die Alpen. Womöglich kommt es also nicht von ungefähr, dass das Viertel im Südwesten des Zentrums schon immer Wiege von Visionen war. Vor fast hundert Jahren, 1923, errichtete Fiat hier sein erstes Automobilwerk, die größte und fortschrittlichste Produktionsstätte ihrer Zeit. Nach einem Dornröschenschlaf, der in den 1980er Jahren durch den Strukturwandel in der Autoindustrie ausgelöst wurde, erwachte Lingotto zur Jahrtausendwende wieder – erfrischt und runderneuert von Stararchitekt Renzo Piano, der die weitläufigen Industriegebäude des Viertels in ein spektakuläres Kultur- und Messezentrum inklusive Fünf-Sterne-Hotel verwandelte. Der Boden für Bahnbrechendes war somit schon bereitet, als drei italienische Unternehmerfamilien beschlossen, in der Nachbarschaft ein weiteres zukunftsorientiertes Projekt in Angriff zu nehmen: die erste nachhaltig ausgerichtete Shopping Mall der Welt.

Mehr als 100 Partner unterschiedlicher Produktkategorien

Im Dezember 2020 war es so weit: Green Pea öffnete seine Türen. Hinter einer bauchigen Fassade bietet die „Grüne Erbse“ 15.000 qm Fläche. Viel Luft und Licht für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen – von Haushalt, Food und Einrichtung über Mode und Outdoor bis hin zu Beauty und Wellness.

Bis hin zum Dach: Sowohl Bau und Einrichtung als auch die Sortimente sind „grün“

Bis hin zum Dach: Sowohl Bau und Einrichtung als auch die Sortimente sind „grün“
Foto: Fabio Oggero für ACC Cristiana Catino und Negozio Blu Architetti

Mehr als 100 Partner unterschiedlicher Produktkategorien sind in das Projekt eingestiegen und finden sich fein säuberlich gegliedert auf fünf Etagen. So tummeln sich im Bereich „Life“ im Erdgeschoss Auto-, Energie- und Kommunikationsunternehmen; die erste Etage, mit „Home“ überschrieben, bietet Interior Design und Haushaltsgeräte. In der zweiten Etage regiert „Fashion“. Hier reihen sich Modemarken wie Timberland, Patagonia, Ecoalf, North Sails, K-Way, The North Face, Napapijri und Re-Hash aneinander, aber auch traditionelle italienische Firmen wie Borbonese, Zegna und Superga, die sich verstärkt der Nachhaltigkeit verschrieben haben und hier ihre Eco-Linien präsentieren. Ebene Nummer drei widmet sich dem Thema „Beauty“, während die vierte Etage „Ozio“ ein Wellness-Center mit einem Spa und einem luxuriösen Outdoor-Swimmingpool beherbergt.

„Vordenker war Oscar Farinetti“, erinnert sich Roberto Orecchia, Eigentümer des alteingesessenen Turiner Bekleidungsgeschäfts Vestil, der seit 2010 am Green-Pea-Projekt mitarbeitet und den Modebereich der Mall verantwortet. Die Familie Farinetti, und insbesondere der geschäftstüchtige Oscar, haben bereits mit Einzelhandelskonzepten wie Unieuro und Eataly, Ladenketten, die sich auf den Verkauf von Haushaltsgeräten beziehungsweise italienischen Lebensmitteln spezialisiert haben, von sich reden gemacht. „Nach einer sorgfältigen Analyse des Marktes haben wir damals jedoch festgestellt, dass vor allem die Modewelt noch nicht bereit für ein solches Projekt war“, fährt Roberto Orecchia fort. „Erst sieben Jahre später, im Jahr 2017, waren die Voraussetzungen gegeben und wir begannen, das Projekt konkret zu gestalten. Wir haben uns dann auf die Suche nach Unternehmen begeben, die die Werte von Green Pea teilen – und nach solchen, die unsere Vorstellung von nachhaltigem Bauen verwirklichen konnten.“

Wiederverwertbare Materialien

Das eingesetzte Holz stammt aus sturmgeschädigten Wäldern Italiens.

Das eingesetzte Holz stammt aus sturmgeschädigten Wäldern Italiens.
Foto: Fabio Oggero für ACC Cristiana Catino und Negozio Blu Architetti

CEO und Präsident wurde Francesco Farinetti, der älteste Sohn von Oscar Farinetti, und neben den Farinettis und den Orecchias stieg auch die Unternehmerfamilie Nocivelli in die Finanzierung und Umsetzung mit ein.

Den hohen baulichen Anforderungen und den Wünschen der drei Familien konnten die Architekten Cristiana Catino und Carlo Grometto mit ihrem organischen Gebäudeentwurf gerecht werden. Umgeben von 2.000 Bäumen und Pflanzen besteht das Gebäude ausschließlich aus wiederverwertbaren Materialien wie Stahl, Eisen und Glas, die komplett demontiert werden können. Das eingesetzte Holz stammt aus den Wäldern des Val di Fiemme und der Provinz Belluno, die während eines Sturms im Jahr 2018 zerstört wurden. Die Böden im Inneren der Mall wurden mit recyceltem Holz aus den Tälern von Cuneo gestaltet.

Das Gebäude ist mit Airlite gestrichen, einer Farbe, die die Luftverschmutzung um 88 Prozent reduzieren und Bakterien zu 99,9 Prozent abtöten soll. Und nicht nur in Sachen Architektur ist hier alles ökologisch korrekt, auch die inneren Werte überzeugen: Mehr als 87 Prozent des Warmwassers werden durch eine geothermische Anlage erzeugt, mehr als 88 Prozent der thermischen Energie und fast 90 Prozent der elektrischen Energie für die Beleuchtung stammen aus erneuerbaren photovoltaischen Quellen.

Nimmt man die Green-Pea-Botschaft ernst, dann ist wohl der Pool auf dem Dach der zukunftsträchtigste Ort der neuen Mall. Denn hier kann man mit viel Weitblick über Nachhaltigkeit sinnieren und entspannt einigen weltlichen Konsumwünschen abschwören.

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