
Der Pop-Mart-Store im Berliner Alexa ist nach Umbau der größte des Unternehmens in Kontinentaleuropa.
Foto: Pop Mart
Designer-Spielwaren und Plüschfiguren entwickeln sich zunehmend zu einem eigenständigen Segment im deutschen Einzelhandel. Das zeigt sich nicht zuletzt an den Investitionen, die Händler aktuell in Fläche und Storekonzepte stecken: Pop Mart hat seinen Berliner Store im Alexa Einkaufscenter nach siebenwöchigem Umbau Mitte Juni wiedereröffnet. Mit 335 qm ist er der größte Pop-Mart-Store in Kontinentaleuropa, noch vor den Standorten in London und Paris. „Mit den Investitionen in den Umbau und die Erweiterung unseres Stores im Alexa Einkaufszentrum setzen wir ein Zeichen und bekräftigen unser Bekenntnis zum Standort Berlin“, sagt Steffen Liese, Head of Retail Europe bei Pop Mart. Das Konzept stellt die Sammelkultur in den Mittelpunkt und setzt auf ein Einkaufserlebnis, das laut Liese „nur der stationäre Handel leisten kann“.
Erlebnis als Geschäftsmodell
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Miniso mit seinem im Dezember 2025 eröffneten Store auf der Düsseldorfer Flinger Straße. Auf 530 qm, dem größten Miniso-Store Deutschlands, werden lizenzierte Markenwelten rund um IPs wie Disney, Sanrio und One Piece inszeniert. Herzstück ist die sogenannte IP Zone, in der die Sortimente wechselnd und zielgruppenspezifisch präsentiert werden. Großformatige LED-Screens, modulare Möbel und eine interaktive Zone mit Greifmaschinen sollen Impulskäufe und Wiederkaufsfrequenz fördern. Jeder Pop-Mart-Store ist zudem einer charakteristischen Figur aus dem Markenuniversum gewidmet: Der Berliner Standort steht ganz im Zeichen von Hirono, was sich in Fassade und Schaufenstergestaltung widerspiegelt. Zur Neueröffnung wurden sog. Exclusives angeboten, also Figuren, die weltweit nur in ausgewählten Stores in limitierter Stückzahl erhältlich sind.
Plüsch mit Kultstatus

Im Kölner Blumengarten hat sich Jellycat vom Nischensortiment zum eigenständigen Geschäftsschwerpunkt entwickelt.
Foto: EHI/Kohne
Eine andere Positionierung hat der Blumengarten in Köln gefunden. Das Floristikgeschäft von Inhaber Roland Schimmel-Pfennig in der Venloer Straße zählt heute nach eigenen Angaben zu den größten unabhängigen Jellycat-Händlern Europas. Die britische Marke existiert seit 26 Jahren, erlebt aber erst seit rd. zwei Jahren einen deutlichen Nachfrageschub. Als Auslöser gilt ein Instagram-Post von Khloé Kardashian, die einen Bashful Blush Bunny zeigte. Schimmel-Pfennig hatte die Marke bereits 2015 auf einer Reise in Spanien entdeckt und mit einem kleinen Sortiment begonnen, das erst in den Folgejahren immer größer wurde.
Alle Jellycat-Artikel werden als Amusables bezeichnet und bewusst nicht als Plüschtiere, sondern als emotionale Begleiter vermarktet. Das Sortiment im Blumengarten umfasst heute über 100 Artikel: von kleinen Tierfiguren bis zu Alltagsobjekten wie Gemüse, Sushi oder Meeresmotiven. Aktuell besonders gefragt sind Sushi- und Meeresmotive sowie Bären und Bunnys. Die sog. Giants erreichen eine Größe von 1,08 m. An Wochenenden werden laut Blumengarten 50 bis 100 Artikel täglich verkauft, in der Weihnachtszeit wurden Tagesumsätze im fünfstelligen Bereich erreicht. Neue Kollektionen bezieht das Geschäft direkt bei Jellycat und erhält sie als etablierter Abnehmer nah am jeweiligen Release-Datum. Bestellungen nimmt der Store auch über Instagram entgegen und versendet innerhalb der EU. Ein QR-Code im Laden verweist zudem auf einen Wechat-Kanal für die chinesischsprachige Kundschaft.

