Gschwendner: Vertriebswege smart vernetzen | stores+shops

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TeeGschwendner unterstützt seine Franchisenehmer in der Krise und glaubt weiterhin an den Erfolg des stationären Handels.
Foto: TeeGschwendner GmbH

Gschwendner: Vertriebswege smart vernetzen

Das Handels- und Franchiseunternehmen Tee Gschwendner setzt in der Corona-Krise auf eine klare Kommunikation über alle Kanäle und eine Stärkung der Franchisepartner. Geschäftsführer Jonathan Gschwendner über die hohe Affinität des Unternehmens zum stationären Einzelhandel und wie eine kluge Vernetzung aller Vertriebswege das stationäre Geschäft auch während der Krise beleben kann.

Am 20. April durften stationäre Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 qm wieder ihre Pforten öffnen. Inwiefern betreffen die neuen Regelungen die Ladengeschäfte von Tee Gschwendner?

Als Lebensmittelhändler fielen wir von Anfang an unter die Ausnahmeregelung der Bundesregierung, aber durch Center-Schließungen oder lokale Interpretationen der Behörden kam es teilweise zu Schließungen der Geschäfte. Es gab einzelne Fälle, in denen ein Geschäft bis zu vier Mal geschlossen und wieder geöffnet wurde. Wir versprechen uns von den Lockerungen eine gewisse Belebung der Einkaufsstraßen. Die Menschen sehnen sich danach, in den öffentlichen Raum zurückzukehren und dort unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen einzukaufen. Ebenso bin ich überzeugt davon, dass der Wunsch nach einer fachlichen, persönlichen Beratung steigt und das die Sinne ansprechende Einkaufen vor Ort künftig wieder im Mittelpunkt stehen wird.

Wie verläuft die Kommunikation mit den Franchise-Partnern und den Kunden während der Krise?

Für uns war es wichtig, schnell zu reagieren und von Beginn an allen Partnern Hilfestellung zu leisten. Voraussetzung ist hierbei eine klare Definition und Kommunikation aller Maßnahmen hin zu unseren Partnern und Kunden. Zu diesen gehörten Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die den Kunden und dem Personal den nötigen Schutz bieten können. Neben den Grundmaßnahmen wie der richtigen Handhygiene, einer konsequenten Desinfektion aller relevanten Bereiche der Fachgeschäfte und eine entsprechend der Verkaufsfläche definierte, maximal zugelassene Anzahl an Kunden im Fachgeschäft, leisten auch weitere Maßnahmen einen wichtigen Beitrag. So verzichten wir aus hygienischen Gründen vorübergehend auf unseren Teeausschank und unsere Schnuppergläser sowie das Wiederbefüllen individueller Aufbewahrungsbehältnisse der Kunden. Unsere Kunden halten wir über unsere Kommunikationskanäle informiert, so auch über den neuen Liefer- und Versandservice unserer Partner und die Situation in den Fachgeschäften.

Die Teefachgeschäfte befinden sich meist in 1A-Innenstadtlagen. Dort sind derzeit allerdings weniger Kundenströme.

Unser Kern bleibt der stationäre Handel. Wir möchten unsere Partner vor Ort unterstützen, weshalb wir unter anderem Kundenanfragen und Bestellungen an die Geschäfte weiterleiten. Zudem haben wir schnellstmöglich einen Liefer- und Versandservice eingerichtet. Unsere Partner haben auf alle Maßnahmen sehr flexibel und schnell reagiert. Viele liefern die Bestellungen persönlich aus, sodass die Ware schneller als über unseren Online-Shop zu den Kunden kommt.

Haben sich die Kundenbedürfnisse und das Einkaufsverhalten während der Krise gewandelt?

Viele unserer Kunden kaufen derzeit verständlicherweise vermehrt online ein. Wir haben allerdings festgestellt, dass unsere Kunden gezielt die lokalen Teefachgeschäfte unterstützen möchten. Im Moment werden zudem größere Mengen bestellt und vermutlich auch konsumiert.

Wie stellt sich Tee Gschwendner derzeit online auf?

Es gibt den eigenständigen Online-Store und die jeweiligen Seiten der Fachgeschäfte. Wir bemühen uns aber seit einiger Zeit um eine kluge Vernetzung des Online-Geschäfts mit den stationären Franchise-Geschäften. Unser Ziel ist es hierbei, den stationären Handel noch mehr zu stärken. Besonders junge Kunden finden ihren Weg über unsere Online-Kanäle zu uns. Derzeit gibt es natürlich eine deutliche Verlagerung hin zum Online-Handel. Dennoch weisen wir, wie bereits vor der Krise, weiterhin gezielt auf unsere Fachgeschäfte hin und sprechen eine klare Empfehlung aus, bei diesen einzukaufen. In absehbarer Zukunft bieten wir auch einen Reserve- & Collect-Service über den Online-Shop an.

Tee ist ein sehr emotionales Produkt. Kunden kommen in ein Tee-Fachgeschäft, um „ihren” Tee zu finden und einzukaufen. Wie vermittelt Tee Gschwendner seinen Kunden diese Faktoren in seinem Online-Auftritt?

Die visuelle Darstellung und bildhafte Beschreibung im Online-Shop kann die sinnliche Wahrnehmung von Tee und das physische Einkaufserlebnis nicht ersetzen. Im stationären Geschäft können Kunden den Tee mit allen Sinnen erleben. Daher weisen unsere Kommunikation und der Online-Shop zu den Fachgeschäften hin. Wir haben ein neues Ladenbau-Konzept entwickelt, in dem Beratung, Schnupper- und Probiermöglichkeiten im Vordergrund stehen.

Welche Pläne verfolgen Sie für das Jahr? Haben sich diese durch die Corona-Krise geändert?

Die Krise hat bei Tee Gschwendner keinen Strategiewandel ausgelöst. Wir werden unseren Weg wie gehabt weiter fortsetzen. Unser Fokus wird weiterhin im stationären Ladengeschäft liegen. Dort kommen wir her und dort werden wir bleiben. Allerdings werden wir die offene Kommunikation und die Vernetzung unseres E-Commerce-Geschäfts mit dem unserer Franchise-Partner weiter ausbauen. Wir glauben daran, dass der stationäre Handel langfristig leben wird. Er wird sich verändern, aber wenn man die Vertriebswege klug vernetzt, kann er sogar aufleben und profitieren.

Das Interview führte Imke Hahn.

Tee Gschwendner

Die 1978 von Albert und Gwendalina Gschwendner gegründete Tee Gschwendner GmbH wagte bereits 1982 den Schritt zum Franchise-System. Auf durchschnittlich 55 qm Verkaufsfläche bieten die bundesweit 124 Fachgeschäfte über 350 lose Teesorten. International ist Tee Gschwendner mit insgesamt 9 Fachgeschäften in Luxemburg, Österreich, USA, Kuwait und Saudi-Arabien vertreten. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienhand: Nach dem frühen Tod der Eltern ist Jonathan Gschwendner mittlerweile Geschäftsführer, seine Schwester Anna hat das traditionsreiche Fachgeschäft in der Bonner Innenstadt übernommen.

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