Schnelladenetz: Vorreiter Feneberg | stores+shops

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Nicht weiter als 10 km sollen Feneberg-Kunden künftig fahren müssen, bis sie ihr E-Auto an einer Säule aufladen können.
Foto: Numbat

Schnelladenetz: Vorreiter Feneberg

Das E-Auto laden während des Einkaufs: Für diesen Kundenservice will die Allgäuer Lebensmittelkette Feneberg an ihren Standorten ein flächendeckendes Schnellladenetz errichten. Ab diesen Herbst soll der Bau besonders leistungsfähiger High-Power-Charging-Ladestationen starten, die nur 12 Minuten für einen Ladevorgang benötigen.

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen hierzulande bis 2030 15 Mio. Elektroautos unterwegs sein. Unternehmen wie Nutzer: innen stellt die Elektromobilität dabei vor Herausforderungen, da die Installation von Ladesäulen, insbesondere sogenannter Schnellladesäulen oder der noch effizienteren High-Power Charger (HPC), offenbar nur schleppend vorankommt. Als Ursache dafür gelten vor allem der eher aufwendige Anschluss solcher Säulen an das Stromnetz sowie hohe Anschaffungs- und Installationskosten.

Bisher sind die meisten solcher Stationen – sogenannte Hubs – an Autobahnen platziert. Gerade der ländliche Raum steht in Bezug auf ein flächendeckendes Schnellladeangebot nicht gut da. Eine Vorreiterrolle will hier nun der bayerische Lebensmittelhändler Feneberg einnehmen. Die zur Edeka-Gruppe gehörende regionale Kette plant, deutschlandweit das erste Schnellladenetz mit durchschnittlich einer Säule pro 10 km im Umkreis von 100 km rund um den Stammsitz in Kempten anzubieten.

„Als nachhaltige Supermarktkette sehen wir uns zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, dass wir unseren Kunden eine Möglichkeit zum schnellen Laden ihres Elektrofahrzeugs während des Einkaufs anbieten müssen”, so Nico Fischer, Bereichsleiter Bau-, Gebäude- und Energiemanagement bei Feneberg.

Ab jetzt wird ausgerollt

„Unseren Kunden kommt es dabei vor allem auf schnelles Laden an, für uns muss es aber natürlich auch wirtschaftlich umsetzbar sein. Die Kosten für Installation, Anschaffung und Betrieb sind bei den derzeit bestehenden Modellen einfach zu hoch.“ Zusammen mit dem lokal ansässigen Technologie-Start-up Numbat sollen nun ab dem dritten Quartal 2022 zunächst an mehr als 40 Filialen Schnellladesäulen mit 200-kWh-Batteriespeicher eingerichtet werden, die zu 100 Prozent Ökostrom bereitstellen sollen.

Ein weiteres Roll-out ist geplant, nur einige Märkte in Innenstadtlagen können wegen der fehlenden Parkplätze nicht bedient werden. Pro Standort soll ein HPC-Schnelllader mit zwei Ladeanschlüssen geboten werden, der Strom mit einer maximalen Leistung von 300 kW bereitstellt.

Damit gehen die Säulen bei Feneberg über das Angebot „normaler“ Schnellladestationen hinaus: Können diese ein E- Auto mit üblicherweise 60 kWh Batteriekapazität in rd. einer Stunde via CCS- oder Combo-2-Stecker aufladen, ermöglichen die ultraschnellen HPC-Säulen des Cleantech- Unternehmens Numbat einen Ladevorgang von gerade 12 Minuten – so lange, wie ein durchschnittlicher Lebensmitteleinkauf dauert. Die Preise für das zeitsparende Laden liegen für die Kundschaft bei marktüblichen 55 bis 60 Cent pro kWh.

Über Feneberg

  • Familiengeführter Lebensmittelfilialist aus Kempten/Allgäu
  • Teil der Edeka-Gruppe
  • 82 Filialen
  • 3.200 Mitarbeitende
  • Eigene Produktionsstätten: Feneberg-Metzgerei und -Bäckerei sowie Filialen der Landbäckerei Sinz

Anschluss ans Hausnetz

Feneberg kann die Ladestationen durch deren integrierten Batteriespeicher an sein vorhandenes Niederspannungsnetz, also an das normale Hausnetz mit 400/230 V, anschließen lassen. Der Batteriespeicher in den Stationen wird dann geladen, wenn überschüssige Leistung, etwa aus den Photovoltaik-Anla gen des Supermarkts vorhanden ist. Dieser Strom kann später ultraschnell an die E-Autos an der Säule abgegeben werden.

„Wir sind dank des integrierten Batteriespeichers in der Lage, den Photovoltaik-Strom aus unseren eigenen Solaranlagen zu speichern und durch das integrierte Energiemanagementsystem Strom einzusparen. So schaffen wir es, jährlich bis zu 2.000 Autos mit unserem selbst generierten Strom in jeweils zehn bis 15 Minuten vollzuladen“, so Fischer.

Bei gängigen Modellen mit Anschluss an das Mittelspannungsnetz, das in Deutschland alle größeren Verbraucher wie Kaufhäuser, Fabriken, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude mit einer 10 kV-Spannung versorgt, kommen auf den anbietenden Händler höhere Kosten durch Baumaßnahmen wie z. B. Trafohäuschen zu. Bei der hier verwendeten Batteriespeicher-Technologie entstehen Feneberg keine derartigen Zusatzkosten.

Einnahme-Optionen

Die Gründer von Numbat, Dr.-Ing. Maximilian Wegener und Martin Schall, erläutern: „Die Kombination Schnellladesäule und Batteriespeicher in Verbindung mit unserer Technologie vermeidet teure Eingriffe in die Infrastruktur.” Neben den Einnahmen aus den Charging- Vorgängen finanzieren sich die Stationen durch Energiemanagement-Anwendungen sowie Einnahmen aus der Vermarktung der an den Säulen angebrachten Bewegtbild-Screens, wo z. B. regionale Newsfeeds laufen sollen.

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit bieten die Ladestationen bei Feneberg neben der vollständigen Nutzung erneuerbarer Energien durch den Anschluss an bestehende PV-Anlagen einen weiteren Vorteil: Mithilfe einer von Numbat patentierten Klimaschutztechnologie kann die Einsatzdauer einer Ladesäulen-Batterie verdreifacht werden. Diese sogenannte Multi-Lifecycle-Strategie soll den CO2-Abdruck der Batterienutzung verkleinern. In vielen anderen Fällen werden die Batterien nach einmaligem Gebrauchsdurchlauf und Leistungsabbau entsorgt.

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