Nach Berechnungen des EHI hat der Handel im Jahr 2025 über das Girocard-System Bargeld im Wert von 15,18 Mrd. Euro ausgezahlt. Das entspricht einem Plus von 1,61 Mrd. Euro oder rund 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2019 hat sich das Volumen damit nach EHI-Angaben versiebenfacht.
Wachsende Nachfrage
Die Zahl der Cashback-Transaktionen stieg laut der Studie auf rund 152,8 Mio. gegenüber 136,8 Mio. im Vorjahr, der durchschnittliche Auszahlungsbetrag lag bei 99,33 Euro. Damit werden mittlerweile 16,68 Prozent des im Handel eingenommenen Bargelds wieder ausgezahlt, das entspricht 5,16 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Mindesteinkaufsbetrag für die Bargeldauszahlung variiert je nach Händler zwischen einem Cent und 20 Euro, ausgezahlt werden können bis zu 200 Euro pro Vorgang.
Kosten für den Handel
Für den Service zahlt der Handel im Schnitt eine Gebühr von 0,142 Prozent des Auszahlungsbetrags. In Summe entstanden dem Handel dadurch 2025 Kosten von 21,556 Mio. Euro. Diese Gebühren fließen an Banken und Sparkassen, die im gleichen Zeitraum ihr eigenes Geldautomatennetz kontinuierlich reduzieren. Allein im Netz der Volksbanken und Raiffeisenbanken sank die Zahl der Geldausgabeautomaten in Deutschland seit 2019 um rund 4000 Stück. „Mittlerweile wird der Einzelhandel immer stärker in eine systemrelevante Rolle der Bargeldversorgung gerückt, die er sich so vor 20 Jahren sicherlich nicht vorgestellt hat“, sagt Horst Rüter, Forschungsbereichsleiter Payment beim EHI Retail Institute.
Cashback ist ein Service des Handels, aber keineswegs sein ureigenes Geschäft.
Horst Rüter
Neue Auszahlwege
Neben der klassischen Girocard-Auszahlung gewinnt seit November 2024 eine QR-Code-basierte Variante an Bedeutung: Die Deutsche Postbank ermöglicht gemeinsam mit Rewe, dm Drogeriemarkt und Rossmann die Ein- und Auszahlung von Bargeld bis 999,99 Euro über einen in der Postbank-App freigeschalteten Code, technisch basierend auf dem System barzahlen.de. Im Herbst 2025 hat sich mit der Deutschen Bank auch die Konzernmutter der Postbank angeschlossen.
Gemäß der EHI-Studie erhalten die beteiligten Händler dabei erstmals eine finanzielle Vergütung für die Dienstleistung. Cashback über Kreditkarten wird dagegen weiterhin selten angeboten, da die Akzeptanzkosten des Zahlungsmittels höher liegen.
Grenzen der Bereitschaft
Trotz steigender Volumina zeigt sich der Handel laut Umfrage mehrheitlich noch in der Lage, den Service aufrechtzuerhalten: 47,8 Prozent der befragten Unternehmen mussten die Bargeldausgabe nie oder nur extrem selten einschränken, 43,5 Prozent nahmen bislang unkritische temporäre Begrenzungen vor, 8,7 Prozent berichten von bereits spürbaren Einschränkungen. Durchschnittlich wird derzeit jeder sechste in bar umgesetzte Euro über Cashback wieder ausgezahlt, in manchen Betrieben schon jeder dritte.
In der Bewertung grenzt sich der Handel in der Studie klar ab: Er sieht sich nicht in der Rolle eines systemrelevanten strategischen Bargeldversorgers, lehnt einen Zukauf von Bargeld bei knapper Ausstattung ab und würde die Ausgabe im Zweifel eher rationieren. Eine aktive Bewerbung des Systems durch die Kreditwirtschaft empfindet der Handel als übergriffig, da diese von der Verlagerung weg vom Automaten hin zur Ladenkasse finanziell profitiert. Gefordert wird eine mindestens kostenneutrale Abwicklung im Girocard-System.
„Wir wünschen uns Entgegenkommen von der Deutschen Kreditwirtschaft“
Am Rande des diesjährigen EHI Payment Kongresses hat Ute Holtmann für stores-shops.de mit Alexander Vaasen, Manager National Finance & Administration Payments bei Aldi Süd, über die Cashback-Entwicklung aus Handelssicht gesprochen.
EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“
Für EHI-Mitglieder steht die Studie hier kostenlos zum Download bereit.
Kontakt: Philipp Hübner, huebner@ehi.org
Maren Franken, vertrieb@ehi.org, Tel. +49 221 57993-43

