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Das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG) verpflichtet Handel und Industrie ab 2023, für transparente Liefernetzwerke zu sorgen.
Foto: F-Trace

Mehr Transparenz für globale Liefernetzwerke

Die Kaufentscheidung von Konsument:innen hängt auch von ihrem Vertrauen in Unternehmen, Produkte und Marken ab. Mit Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtgesetzes (LkSG) ab Januar 2023 sind Handel und Industrie auch gesetzlich dazu verpflichtet, für transparente Liefernetzwerke zu sorgen. Firmen wie die GS1-Tochter F-Trace bieten Handelsunternehmen und der Industrie technologische Unterstützung zur Schaffung von Standards. Erste Pilotprojekte, u. a. mit Edeka und Lidl, laufen bereits.

Unter die rechtlich bindenden Vorschriften des LkSG fallen im ersten Schritt alle in Deutschland ansässigen Unternehmen mit mindestens 3.000 Beschäftigten. Indirekt wird sich das Gesetz jedoch aufgrund der Informationspflicht auf sämtliche Teilnehmenden der Liefernetzwerke auswirken.

Valide Daten vom Ursprung über die gesamte Lieferkette bis zum Verkaufsprodukt zu beschaffen, ist oft mit hohem Aufwand verbunden. Unterschiedliche Datenformate und redundante Datenhaltung führen häufig zu Reibungsverlusten. Um Produkte entlang der Supply Chain chargengenau zurückverfolgen zu können, hat der Softwareanbieter F-Trace bereits eine cloudbasierte Plattform entwickelt und etabliert: „F-Trace Traceability“ basiert auf globalen GS1-Standards und soll Effizienz und Transparenz in puncto Nachhaltigkeit entlang globaler Liefernetzwerke erzeugen.

Der Datentransfer findet über die Plattform statt und bietet Schnittstellen von und zu eigenen ERP-Systemen sowie zu Zertifizierungsdatenbanken.

Der gesamte Datentransfer findet über die Plattform statt und bietet Schnittstellen von und zu eigenen ERP-Systemen sowie zu Zertifizierungsdatenbanken.
Foto: Blue Planet Studio

Nun hat das Unternehmen das digitale Tool um eine Unternehmens-, Produkt- und Zutatenebene erweitert. Diese Plattform namens „F-Trace Transparency“ befähigt Unternehmen nun zusätzlich, relevante Daten für Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement abfragen, visualisieren und analysieren zu können.

Das Full-Service-Konzept soll es Handelsunternehmen ermöglichen, Transparenzdaten im Rahmen eines standardisierten und dezentralen Ansatzes gemeinsam mit Partnerfirmen zu nutzen. Es eigne sich für alle Teilnehmenden der Supply Chain, unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße oder ihres IT-Reifegrades.

Pilotprojekte im LEH

Aktuelle Pilotprojekte u. a. mit Lebensmitteleinzelhändlern wie Edeka und Lidl sollen die jeweiligen Anforderungen definieren. Der Versuch findet zunächst mit rund zehn Produkten aus den Kategorien Kaffee, Molkereiartikel und Tiefkühlkost statt. Die Projektteilnehmer erhoffen sich Kenntnisse über etwaige Risiken in ihren Liefernetzwerken und beabsichtigen, durch mehr Transparenz ihre Produktversprechen in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien bestätigen zu können.

Unternehmen, die die „F-Trace Transparency“-Plattform implementieren, sollen auch Antworten auf individuelle Fragestellungen zur Transparenz ihres Liefernetzwerks bekommen. Aufbauend auf dem erstellten Supply-Chain-Netzwerk können Fragen an die gesamte Lieferkette gestellt werden. Diese werden von der Plattform strukturiert: Auf Basis einzelner Informationen, wie etwa der CO2-Bilanz, werden Informationssets gruppiert, z. B. die Höhe aller Emissionen. Daraufhin können einzelne Informationen oder Informationssets zu einem größeren Themenkomplex gebündelt werden, etwa zu Bestandteilen wie Palmöl oder Themenfeldern wie Klima, Soziales oder Biodiversität.

Mithilfe dieser bestehenden Bausteine können Unternehmen dann selbst Fragebögen erstellen und diese an ihre Lieferanten versenden. Fragen, die sich nicht direkt auf den direkten Lieferanten beziehen, kann dieser an seine Vorstufe weitergeben. Die Auswertung der eigenen Fragenkataloge in Bezug auf die Ergebnisse aus ihren Lieferketten können die Handelskunden entsprechend bewerten. Ziel ist es, durch Standardisierung der Fragebögen in allen Produktkategorien den Aufwand innerhalb des globalen Liefernetzwerkes zu reduzieren.

Mapping aus Produktinformationen

Die Datenbasis für das Lieferketten-Mapping bildet sowohl die Global Location Number (GLN) der Unternehmen als auch die Identifizierung der Produkte anhand der Globalen Artikelnummer (GTIN), beides Bestandteile des GS1-Standards. Die Empfehlung an Händler und ihre Lieferanten lautet, beide Nummern zu nutzen, um die Anbindung an bestehende Stammdatenpools zur effizienten Übernahme des bestehenden Artikelangebots zu gewährleisten.

Das Mapping des Liefernetzwerkes wird dann aufgebaut, indem Produkte des Händlers bzw. deren Zutaten mit Produkten von Lieferanten oder den Liefervorstufen verknüpft werden. So können Handelskunden eigene Fragestellungen erarbeiten und die Ergebnisse aus den Lieferketten entsprechend bewerten.

Datentransfer

Der gesamte Datentransfer findet über die Plattform statt und bietet Schnittstellen von und zu eigenen ERP-Systemen sowie zu Zertifizierungsdatenbanken. Nach Angaben des Unternehmens werden die Anforderungen aus dem LkSG berücksichtigt, darunter die Einführung datengestützter Präventionsmaßnahmen, Sorgfaltspflichten gegenüber allen Vorstufen, Datenerhebung für das Risikomanagement oder Berichterstattungen und Dokumentation.

Ziel ist es, Unternehmen belastbare Informationen zur Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung innerhalb der Supply Chain zu liefern, so dass diese glaubwürdig gegenüber Behörden und Kunden auftreten können. Mittels eines in die Plattform integrierten Rechtemanagements verbleibt die Datenhoheit hierbei stets bei den dateneingebenden Unternehmen – bei Transparenz vom Erzeuger bis zum fertigen Produkt.

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