Wer hat die Macht im Zahlungsverkehr? | stores+shops

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Wer spielt künftig welche Rolle? Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion v.l.n.r.: Ottmar Bloching (Visa), Oliver Behrens (Orlen/Star), Ulrich Bensemann (Rossmann), Jens Siebenhaar (Rewe), Olaf Schrage (Douglas), Jürgen Schübel (Mastercard), Wolfgang W. Adamiok (DSGV), Manfred Krüger (Concardis), Marc Birkner (Easycash/Ingenico)

Wer hat die Macht im Zahlungsverkehr?

650 Teilnehmer informierten sich auf dem EHI-Kartenkongress über die Top-Themen des Zahlungsverkehrs. Neben den aktuellen Daten und Fakten des EHI zum Bezahlverhalten und zahlreichen Praxisbeispielen erfolgreicher Payment-Lösungen fanden die Ausführungen von Handelsverband und Kreditwirtschaft hohe Aufmerksamkeit.

„Wer die meisten Karten hat, bestimmt, wo es lang geht.“ Wolfgang Adamiok, Leiter Zahlungsverkehr- und Kartenstrategie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband, unterstrich einmal mehr den Machtanspruch der Kreditwirtschaft bei der zukünftigen Rollenverteilung im Zahlungsverkehr. Adamiok kritisierte in seinem Vortrag die vom Kartellamt initiierte Liberalisierung der Gebühren für EC-Cash, die für Handel und Banken einen hohen Verwaltungsaufwand bedeute. Eine klare Absage erteilte der Wortführer der Kreditwirtschaft den heutigen Prozessmodellen mobiler Bezahlverfahren. Sie seien zu kompliziert, unwirtschaftlich und nicht massentauglich.

Stattdessen kündigte Adamiok eine Wettbewerbsoffensive der Sparkasse für Zahlverfahren am POS und im Internet-Handel an. Nach der kontaktlosen Geldkarte („girogo“), die im laufenden Feldversuch, gemessen an den Transaktionszahlen bisher nicht überzeugen konnte, plant die Deutsche Kreditwirtschaft nun für Ende 2014 auch die Einführung einer kontaktlosen Girocard, mit der Beträge auch über 20 Euro ohne Aufladen der Karte bezahlt werden können.

Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland appellierte an den Handel, die Geschäftspro-
zesse im Zahlungsverkehr mit den Anforderungen der SEPA-Verordnung in Einklang zu bringen, die für Überweisung und Lastschriften bereits ab dem 1.2.2014 verbindlich werden. Die kartenbasierten Lastschriften hingegen werden in der bisherigen Form bis 1.2.2016 bestehen bleiben, ein Weiterbetrieb nach Anpassung sei möglich. „Die SEPA-Verordnung enthält keine K.o.-Kriterien für ELV“, beruhigte Binnebößel die Händler, die um den Fortbestand des beim Handel beliebten Zahlungsverfahren fürchten.

Über die künftige Rollenverteilung im Zahlungsverkehr waren sich die Teilnehmer der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion schnell einig: Die letzte Entscheidung, welche Zahlverfahren sich künftig im stationären Handel und im Internet durchsetzen, trifft alleine der Verbraucher. Der Kunde hat die Macht. Dem stimmte auch die Kreditwirtschaft zu. Der EHI-Kartenkongress 2014 findet am 6./7. Mai 2014 wieder in Bonn statt. 

Fotos: Octavia Schoplick

Weitere Informationen: www.kartenkongress.de

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