Studie vom EHI und GCSC: Centermanagement im Fokus | stores+shops

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Vorgeschlagene Beiträge

Viele Shopping-Center bauen den Bereich Events aus.
Foto: stock.adobe.com/shock

Studie vom EHI und GCSC: Centermanagement im Fokus

Im Whitepaper „Centermanagement im Fokus“ von EHI und dem German Council of Shopping-Centers wurden Center-Manager/innen zu einem breiten Spektrum von Fragen des Center-Managements befragt – mit interessanten Ergebnissen, u. a. zu Vermietungsstand, Besucherfrequenzen und Eventprogrammen.

Wie fast alle Einzelhandelsstandorte sind auch Shopping-Center komplexe Systeme, bei denen eine Vielzahl von Akteuren zusammentrifft. Bei der stetigen Weiterentwicklung eines Centers sind u. a. Konsumenten, Mieter, angrenzende Einzelhändler, Leasing- und Centermanagement, Investoren und Kommunen involviert. Dabei ist die Centermanagerin oder der Centermanager die zentrale Anlaufstelle für alle Akteure und arbeitet mit diesen Hand in Hand. Für das Whitepaper „Centermanagement im Fokus“ haben das EHI und der German Council of Shopping Centers die Manger/innen von 140 Shopping-Centern in Deutschland befragt.

Anteil des Leerstands an der Mietfläche

Anteil des Leerstands an der Mietfläche
Foto: EHI

Wie steht es beispielsweise um den Vermietungsstand von Shopping-Centern in Deutschland? Auf der einen Seite haben zwei Drittel der Center einen recht geringen Leerstand von bis zu 3 Prozent der Mietfläche. Bei jedem dritten Shopping-Center ist der Leerstand allerdings größer als 3 Prozent und bei jedem fünften Center sogar mehr als 5 Prozent der Mietfläche. Dabei sind Center in innerstädtischen Lagen und in Stadtteilen häufiger von hohen Leerstandsanteilen betroffen als Center auf der grünen Wiese: 41 Prozent der innerstädtischen Center und 34 Prozent der Stadtteil-Center haben einen Leerstandsanteil von mehr als 3 Prozent der Mietfläche – im Gegensatz zu nur 19 Prozent der Center auf der grünen Wiese.

Insgesamt fällt auf, dass sehr alte Center seltener von großen Leerständen betroffen sind als alle anderen. So sind bei 34 Prozent der seit 2000 und bei 41 Prozent der in den 1980er- und 1990er-Jahren eröffneten Center Leerstände von mehr als 3 Prozent erfasst worden, aber nur in 13 Prozent der Center aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

Besucherfrequenzen positiv

Auch die Entwicklung der Besucherfrequenzen ist überwiegend positiv. So haben 58 Prozent der Shopping-Center eine stabile oder sogar steigende Frequenzentwicklung, jedes dritte Center hat eine Frequenzentwicklung von +2 Prozent und mehr. Doch auch wenn die Mehrheit positive Entwicklungen verzeichnet, bleibt mit 42 Prozent ein beträchtlicher Teil der Center, der Frequenzrückgänge gemessen hat. Jedes fünfte Center hat starke Frequenzeinbußen von -2 Prozent und mehr.

Entwicklung der durchschnittlichen Besucherfrequenz in den letzten zwei Jahren

Entwicklung der durchschnittlichen Besucherfrequenz in den letzten zwei Jahren
Foto: EHI

Doch zwischen den einzelnen Centertypen lassen sich deutliche Unterschiede herausarbeiten – so sind die klassischen Shopping-Center von größerer Stabilität geprägt als die Fachmarkt-Center. Denn es verorten sich 51 Prozent der klassischen Shopping-Center in der stabilen Mitte und haben Frequenzentwicklungen von -1,9 bis +1,9 Prozent gemessen. Dies trifft hingegen nur auf 38 Prozent der Fachmarkt-Center zu. Die Frequenzen in Fachmarkt-Centern sind vergleichsweise stärker gestiegen als in klassischen Shopping-Centern: 41 Prozent der Fachmarkt-Center haben Frequenzentwicklungen von +2 Prozent und mehr gemessen, im Vergleich zu 31 Prozent der klassischen Shopping-Center.

Viele Center haben den Bereich Events deutlich ausgebaut, denn diese stellen einen besonderen Besuchsanreiz dar. Insbesondere die sogenannten Millennials streben nach tollen Erlebnissen und dem Teilen solcher Erlebnisse. 45 Prozent der Shopping-Center haben diesen Trend für sich entdeckt und veranstalten mehr Events als noch vor zwei Jahren. Das Thema Pop-up-Stores ist ein weiteres Instrument, um den Kunden Überraschungen, Erlebnisse und neue Besuchsanreize zu bieten. Insgesamt hat jedes dritte Center (32 %) schon einmal mit Pop-up-Stores gearbeitet, 28 Prozent planen für die Zukunft Pop-up-Stores. Übrig bleiben 40 Prozent Center, für die Pop-up-Stores kein Thema sind. Insbesondere Fachmarkt-Center interessieren sich weniger für Pop-up-Stores als klassische Shopping-Center.

Pop-up-Stores

Für die Center, die mit Pop-up-Stores gearbeitet haben oder dieses planen, stehen zwei besondere Vorteile im Vordergrund – und diese schließen gar nicht unmittelbar die Kundensicht ein, denn insbesondere ist das aus Centersicht die sinnvolle Nutzung temporär leerstehender Flächen: 62 Prozent der Centermanager/innen gaben dies als einen der Hauptgründe an. Der am zweithäufigsten genannte Grund (49 %) besteht in der Möglichkeit, neue Konzepte und Sortimente temporär zu testen. Mit deutlichem Abstand folgt erst auf dem drittgenannten Platz (23 %) die größere Abwechslung für die Kunden.

Anteil der Gastronomie an der Mietfläche des Centers

Anteil der Gastronomie an der Mietfläche des Centers
Foto: EHI

Besonders steht bei der Entwicklung der Shopping-Center auch die Zukunft der verschiedenen Branchen im Vordergrund. Eine viel beachtete Branche ist derzeit die Gastronomie. An vielen Orten in Einkaufsstraßen und Shopping-Centern wird der Trend des steigenden Außer-Haus-Verzehrs insbesondere bei jüngeren Konsumentengruppen aufgegriffen. So planen derzeit 46 Prozent der Center eine Erweiterung der Gastronomieflächen – 25 Prozent der Center haben in den letzten drei Jahren bereits eine entsprechende Erweiterung vorgenommen. Doch von welchem Umfang ist hier die Rede? Bei der derzeitigen Verteilung der Gastronomieflächen in Shopping-Centern zeigt sich, dass die Gastronomie bei knapp der Hälfte der Center (46 %) einen Anteil von bis zu 5 Prozent der Mietfläche einnimmt (ohne Nebennutzungen wie Wohnungen, Büros, Hotels o. Ä.).

Wenn alle derzeit geplanten Erweiterungen umgesetzt sein werden, wird nur noch jedes dritte Center (31 %) einen Gastronomieflächenanteil von bis zu 5 Prozent haben, dafür wird jedes vierte Center (24 %) einen Flächenanteil von mehr als 10 Prozent für Gastronomie zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen: Lena Knopf/knopf@ehi.org

Whitepaper Centermanagement im Fokus 2019

Whitepaper Centermanagement im Fokus 2019
Foto: EHI

EHI-Whitepaper:
Centermanagement im Fokus 2019

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vertrieb@ehi.org
Tel. + 49 221 57993-64